Notfallbegleitung als Ehrenamt

Leezen, 05. Februar 2018

Was sind Notfallbegleiter
Notfallbegleiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, akut Trauernde nicht allein zu lassen. Es geht dabei um „Seelische-Erste-Hilfe“, die dort ansetzt, wo der Rettungsdienst aufhört, wenn Notarzt und Sanitäter die Wohnung verlassen haben und die Angehörigen mit ihren Sorgen und  Ängsten allein sind.

Struktur in Mecklenburg-Vorpommern
Die Alarmierung von Notfallbegleitern ist an die Strukturen des Rettungsdienstes in M-V angegliedert. So nehmen beispielsweise Polizeikräfte, Feuerwehr, Rettungsdienst die Notfallbegleitung in Anspruch, wenn Angehörige nach einer Todesnachricht, nach einem Wohnungsbrand oder ähnlich einschneidenden Erlebnissen Betreuungsbedarf haben.

In M-V gibt es 16 Notfallbegleitungsteams. Träger von 12 Gruppen ist die Johanniter-Unfall-Hilfe, die den Versicherungsschutz der Gruppenmitglieder gewährleistet und die Fahrtkosten zu den Einsätzen übernimmt. Die anderen Gruppen befinden sich in Trägerschaft von DRK, ASB, einem eingetragenen Verein und einem kirchlichen Träger. Notfallbegleiter übernehmen in der Regel einen 24 stündigen Bereitschaftsdienst.

Probleme in M-V: Notfallbegleiter werden zurzeit dringend gesucht
Probleme bereiten den Gruppen vor allem der Wegzug von Gruppenmitgliedern und eine vermehrte berufliche Belastung, die wenig Zeit für eine ehrenamtliche Arbeit lässt. Daher werden landesweit dringend Notfallbegleiter gesucht.

In der Schweriner Gruppe bspw. sind momentan nur noch fünf aktive Notfallbegleiter (von ehemals 13) für den gesamten Einsatzbereich der Stadt Schwerin tätig, die durchgehend einen 24-stündigen Bereitschaftsdienst sicherstellen müssen. Auch auf Rügen und in Demmin werden zum bestehenden Team noch jeweils mindestens zwei bis drei Notfallbegleiter gebraucht.

Ausbildungskurs in M-V im April und Juni 2018
Wer ehrenamtlich in der Notfallbegleitung (auch Notfallseelsorge genannt) arbeitet, bekommt zuvor eine fundierte Ausbildung, die sich an den Ausbildungsrichtlinien des Landesbeirates für Psychosoziale Notfallversorgung in Mecklenburg-Vorpommern orientiert. In 90 Stunden werden theoretische und praktische Unterrichtseinheiten zu Themen wie Gesprächsführung, Trauer, Sterben, Tod aber auch Einsatzorganisation angeboten. Der zentrale Ausbildungskurs in M-V für 2018 findet vom 19.04. bis 22.04.2018 sowie vom 13.06. bis 17.06.2018 in der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz Malchow statt.

Interessenten an einer ehrenamtlichen Arbeit in der Notfallbegleitung kontaktieren bitte den Leiter der Landeszentralstelle Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) Mecklenburg-Vorpommern, Heiko Fischer, in Greifswald, Telefon: 03834/ 86 56 95, E-Mail: heiko.fischer@uni-greifswald.de; http://www.brand-kats-mv.de

Interessenten aus dem Schweriner Bereich wenden sich bitte mit einem kurzen Lebenslauf an Anja Kamitz bei der Johanniter Unfallhilfe e.V. Anja Kamitz ist erreichbar per E-Mail unter anja.kamitz@johanniter.de  oder unter der Telefonnummer 03866 4622-0.

Ihre Ansprechpartnerin für Medienanfragen: Simone Braun

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Mecklenburg-Vorpommern West
Pappelgrund 16
19055 Schwerin