Bericht zur Johanniter Hilfsgemeinschaft Oberlausitz

42. Mitteilungsblatt, 09. Mai 2015

Im Sommer 2013 gründeten 11 schlesische und sächsische Johanniter die `Johanniter Hilfsgemeinschaft Oberlausitz´ in Görlitz. Der Gedanke, vereint noch mehr helfen zu können, galt einer der zehn sächsischen Produktionsschulen, dem  `Lebenshof´ im Görlitzer Ortsteil Ludwigsdorf.

 

Das in Sachsen relativ neue Modell der Produktionsschulen verbindet im Lebenshof die Arbeit in den Werkstätten Holz/Keramik/Gärtnerei und Küche mit dem Lernen in einer dem Lebenshof angeschlossenen, staatlich anerkannten Schule, die besonders den geringen Bildungsstand dieser Schüler berücksichtigt. Fast alle Schüler haben vorzeitig, ohne Abschluss, die Hauptschule verlassen. Fast alle sind meist seit Jahren arbeitslos. 

 

Der Lebenshof, eine CVJM-Gründung, versucht die individuelle Entwicklung der einzelnen Jugendlichen nachzuholen, sie berufsfähig zu machen und schließlich für sie einen Arbeitgeber zu finden. Die dafür geeigneten Schüler werden in der angeschlossenen Schule bis zum  Hauptschulabschluss geführt.

Nach Prüfung durch sächsische Staatsbeamte im Herbst 2014 wurde der Lebenshof als `besonders förderungswürdig´ bezeichnet. Erneut wurde darauf für 2015/2016 die  Förderung durch das Innenministerium zugesagt, wenn auch in erheblich gekürztem Umfang. Wie sehr der Lebenshof auf Hilfe angewiesen ist, das zeigt die bemerkenswerte Zahlungsmoral des Fördergeldgebers. Die 2014 zugesagte Förderung ist heute, Mitte März 2015, immer noch nicht eingetroffen und  Jugendbetreuer wie Lehrer sind gezwungen, ehrenamtlich zu arbeiten. Ihnen bleibt nur die Hoffnung, dass die ausstehenden  Gehälter  nachgezahlt  werden. 

 

Durch Hilfe der schlesischen und der sächsischen Johanniter konnte jetzt in bester Lage in Görlitz ein Geschäft gemietet werden. In schönem Rahmen kann  die produzierte Keramik besser verkauft werden. Der Lebenshof wird dadurch auch zunehmend  eine stadtbekannte Einrichtung. Das beweist eine sehr großzügige Spende von Prof. Dr. Göhde (Münster-Görlitz), gewidmet der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher. Prof. Göhde ist Erfinder bahnbrechender Diagnostik-verfahren in der Medizin. 

 

Notwendiges Handwerksgerät wurde mit Hilfe der JHG erworben. Und wegen der mehr als engen Personallage im Lebenshof wurden Johanniter zu `Springern´. So wird der genannt, der mal Nachhilfelehrer, mal Betreuer, Ratgeber oder Geldbeschaffer ist.

 

All das soll zeigen, wie groß das Arbeitsfeld ist und wie klein die Zahl der Helfer. Görlitz ist seit 60 Jahren ein Ort, der lange durch Flucht und jetzt durch Wegzug die Menschen verliert, die etwas bewirken wollen. Der Mittelstand, der die finanzielle Unterstützung in der Regel übernimmt, fehlt hier fast vollständig.

 

Die JHG sucht deshalb 

- wegen der fehlenden nahen Helfer - die in der Ferne!

 

Wer könnte sich entschließen, uns beizutreten?

 

Görlitz, 26.03.15

Dr. Peter Gleißner