Schlesienfahrt vom 25.05. – 30.05.2013

39. Mitteilungsblatt, 01. Oktober 2013

Fahrer: Carl-Theodor v. Lieres, Sebastian Frhr. v. Gregory, Karl Otto Graf v. Rittberg

 

Zehn evangelische Gemeinden wurden besucht.

 

Der Schwerpunkt der diesjährigen Besuche bei den evangelischen Diaspora-gemeinden lag wie in den Vorjahren in Oberschlesien. Gesprächsinhalt war die soziale Lage der dortigen Gemeinden, die unverändert nicht gut ist. Bei einer Arbeitslosenquote zwischen 11 bis 20 % führte dies zur Abwanderung vieler Gemeindemitglieder. Sorgen bereitet auch die Jugendarbeitslosigkeit. Ein wichtiges Thema bei den Gesprächen mit den Pfarrern waren die Aktivitäten für die Jugendarbeit und die im Zusammenhang damit geplanten Projekte in der bevorstehenden Ferienzeit. Das reicht von mehrtägigen Picknicks für die Jugend der Gemeinden auf deren eigenen Grundstücken bis zu Ferienlagern in den Beskiden und in Masuren (Sorquitten). Die Konfirmanden der gesamten Diözese werden im September wie in den Vorjahren auf den Spuren Martin Luthers nach Wittenberg fahren.

 

Bei allen Verleihstationen gibt es großen Bedarf an zerlegbaren elektrischen Pflegebetten. Außerdem wurde immer wieder nach Windeln bzw. Einlagen für die Altenpflege gefragt.

 

Unser erster Besuch am 25.05. in Schweidnitz galt Frau Bock-Drozdowicz. Sie möchte sich aus Altersgründen ganz aus der aktiven Arbeit für die Ausleihstation zurückziehen. Zusammen mit Theodor Drozdowicz trafen wir auch Herrn Heinrich, der die Verleihstation an der Friedenskirche betreut. Es besteht dringender Ersatzbedarf an Rollstühlen und Krücken. Die deutschsprachige Gemeinde in Schweidnitz hat nur noch vier Mitglieder, dagegen wächst die polnische Gemeinde.

 

In Oppeln (am 26.05.) übernachteten wir bei Pfarrer Niemiec. Die dortige Kleiderkammer, deren Material von Spendern aus der ganzen Stadt kommt, ist sehr gut angelaufen. Ebenfalls zufriedenstellend ist die Arbeit der Verleihstation. Herr Wolny, der sich zusammen mit zwei Damen aus der Gemeinde um den Verleih kümmert, erledigt auch anfallende Reparaturen an Pflegebetten und Rollstühlen. - Pfarrer Niemiec führte uns durch das neue Hospiz, eingerichtet in einem vollständig erneuerten früheren Schulgebäude. Das Hospiz mit 16 Plätzen hinterließ auf uns einen ausgezeichneten Eindruck.

 

In Hindenburg/Zabrze (am 27.05.) besuchten wir Pfarrer Dawid, der sich von einer schweren Erkrankung erholt. Das geplante Projekt einer Sozialstation in Kędzierzyn-Kożle hat im Vergleich zum Vorjahr kaum Fortschritte gemacht. Am gleichen Tag fuhren wir zur nahe gelegenen evangelischen Gemeinde in Königshütte/Chorzów. Pfarrer Cichy berichtete von einem Festkonzert des aus 40 Personen bestehenden akademischen Chores der Universität Nebraska in Omaha. Die Räume für die Ausleihstation konnten leider immer noch nicht hergerichtet werden.

 

Die nächste Übernachtung erfolgte in Kattowitz bei Bischof Szurman. Wir besprachen die Finanzierung von Schwester Halina von der Sozialstation. Die Verleihstation wird weiter von Pfarrer Cieslar betreut, der von einer Warteliste von 15 Personen für Pflegebetten berichtete.

 

Am folgenden Tag (28.05.) starteten wir mit einem Besuch bei Pfarrer Brzóska in Swiętochłowice. Er ist Diakonie-Koordinator in der Diözese Kattowitz. Das Projekt „Klub Ewa“, eine Anlaufstelle für junge schwangere Frauen, wird derzeit nicht aktiv verfolgt. Der für diesen Zweck vorgesehene Keller des Pfarrhauses wäre dafür nicht geeignet. Mit dem gleichen Investitionsbedarf könnte besser auf dem Kirchengrundstück ein einfaches ebenerdiges Haus errichtet werden, das auch in der Stadt sichtbar wäre. Für die Schulferien ist ein Workcamp mit dem Hauptthema „Eva v. Tiele-Winckler“ in Zusammenarbeit mit dem gleichnamigen Haus in Miechowitz geplant.- Am Abend kamen wir in Sohrau/Żory bei Pfarrer Makula an, der in zwei Jahren in den Ruhestand gehen wird.

 

Der nächste Tag (29.05.) brachte uns zu Pfarrer Raszyk in Ruptau/Jastrzębie-Zdrój. Im Juni wurde eine sommerliche Bibelwoche veranstaltet mit rund 90 Jugendlichen und Erwachsenen, u.a. kamen Gäste aus den USA. Im Juli findet in der Gemeinde das 13. Diözesantreffen der Jugend mit Gottesdienst und Workshops für musizierende Jugendliche statt. Frau Raszyk leitet die Kinderarbeit der gesamten Diözese.– Die Verleihstation läuft gut, sie ist über die Gemeindegrenzen hinweg bekannt. Zum Teil rufen umliegende Krankenhäuser an, um Betten für die häusliche Pflege zu erbitten.

 

An unserem nächsten Ziel, in Wodzisław-Śl./Loslau, suchten wir Pfarrer Ferek auf. Wir besichtigten den Neubau des Pfarrhauses mit Gemeinderäumen. Das bisher benutzte Pfarrhaus wurde veräußert. Die Gemeinde veranstaltet Vorkonfirmationstreffen in Pisk an der tschechischen Grenze, die sich guten Zuspruchs erfreuen.

 

Am späten Nachmittag fuhren wir weiter nach Breslau. Der nächste Tag, Fronleichnam, ist in Polen gesetzlicher Feiertag. Die Christophori-Gemeinde nahm den Feiertag zum Anlass, in der ihr gehörenden Gustav-Adolf-Gedächtnis-Kirche in Breslau-Zimpel einen gut besuchten Gottesdienst zur Erinnerung an deren Namensgeber zu feiern. Im Anschluss daran wurde bei gutem Essen, Kaffee und Kuchen in den Räumen der Gemeinde gefeiert.

 

RR Karl-Otto Graf Rittberg