Mittwochsbesinnung - 22.04.2020

von RR Walter Weber, Ehrenburg

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Der Wochenspruch für die zweite Woche nach Ostern steht im 1. Brief des Petrus, am Anfang des ersten Kapitels: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1.Petrus 1,3)

Liebe Johanniterfamilie,

wer würde heute einen Brief so beginnen? Nach zwei Versen mit formalen Formulierungen bildet das Leitwort dieser Woche sozusagen die Überschrift über den ganzen 1. Petrusbrief: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus“. Wie ein Fanal steht es im Raum. Alles Weitere folgt aus diesem Bekenntnis.

Denn um ein Bekenntnis handelt es sich bei unserem Wochenspruch. Er spiegelt die Lebenserfahrung des Briefverfassers wider, sei er der Apostel Petrus oder ein anderer. Und er weiß sich mit den Christen in Kleinasien, der heutigen Türkei, an die er schreibt, in dieser Lebenserfahrung verbunden. Und ebenso mit uns. Denn auch wir haben erfahren und begriffen, dass uns in Jesus Christus die Zuwendung und Liebe Gottes begegnet. Sie ist es, die uns immer wieder aufrichtet und nach vorne schauen lässt.

Es ist die Güte Gottes ohne Ansehen der Person, die den Grund legt für eine sich stets erneuernde, lebendige Hoffnung in diesem wie im zukünftigen Leben. Die österliche Freude über die Auferstehung Christi eröffnet Zukunft, sowohl für das Hier und Jetzt als auch über den Abschied aus dem Diesseits hinaus.

Das Bekenntnis zur Zukunft in Gottes Hand trifft gegenwärtig auf eine Situation, in der wir schmerzhaft spüren, wie wichtig für jeden von uns die persönlichen Begegnungen sind. Sie lassen sich auch durch vermehrte Telefonate, Botschaften in den sozialen Medien und selbst Videogespräche nicht ersetzen. Der beherzte Händedruck mit Freunden, die freudige Umarmung beim Wiedersehen, das zärtliche Streicheln eines geliebten Kranken lassen sich nicht ersetzen. Wir sehnen uns danach, wieder den direkten Kontakt zu Menschen haben zu können, die uns lieb und wichtig sind.

Gerade in einer derartigen Situation, die vielfach verbunden ist mit Sorge, ja auch Angst vor einer Infektion, ist das Bekenntnis zu einer gelebten Hoffnung gefragt, die über den Tag hinaus weist. Das letzte Kapitel des 1. Petrusbriefes ist der Kraft gewidmet, die aus dem Glauben erwächst. „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“ bekennt der Briefschreiber. Und unsere Mütter und Väter haben in der Barmer Erklärung ihr Gottvertrauen mit den Worten bekannt: „Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.“ (These 1). Dieses Vertrauen lässt uns einstimmen in das Fanal des Petrusbriefes: Ja, gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus!

Wir beten:

Gütiger Gott, hab Lob und Dank für alle Liebe und Zuwendung, die Du uns in Jesus Christus schenkst. Halte in uns die Hoffnung lebendig, die auf Dich vertraut in allen Lebenslagen. Sende Deinen Geist und stärke unseren Glauben, damit wir in Wort und Tat glaubwürdige Zeugen Deiner Liebe sind.

Es segne uns der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.