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Jugend im Orden

Mit ihren Aktivitäten erfüllt die Jugendarbeit im Orden der hannoverschen Genossenschaft den "Doppelauftrag", sich einerseits für die Schwachen und zum anderen für den Glauben einzusetzen.

Einkehrtagung der JiO auf Gut Immenbeck bei Buxtehude am 05. März 2016

„Luther - Weltverantwortung im Großen und im Kleinen“ - unter diesem Thema trafen sich am 05. März 2016 knapp 30 Teilnehmer zu einer Einkehrtagung im Rahmen der Jugendarbeit im Orden (JiO) der Hannoverschen Genossenschaft. Eingeladen hatte die Subkommende Stade. ER Moritz Bartmer öffnete sein Haus für die Tagung. Referate und Gedankenaustausch behandelten Fragen der christlichen Ethik in Theorie und Praxis. Zunächst führte ER Pfarrer Manfred Thoden entlang der Heiligen Schrift und der lutherischen Bekenntnisschriften, insbesondere der Confessio Augustana, in die Grundlagen der christlichen Ethik ein und arbeitete auf unterhaltsame Weise gemeinsam mit den anwesenden Ritterbrüdern, Damen und Gästen die Liebe als Ausgangspunkt aller christlichen Handlungsmaximen heraus. Deutlich wurde, dass Luther in seinen Bekenntnisschriften nicht nur die Aussagen der Bibel wiedergab und erläuterte, sondern er diese zugleich mit Handlungsgeboten verband.

Nach einer Kaffeepause und einem gemeinsamen Spaziergang über die Gutsanlage verdeutlichte Brigadegeneral Jürgen-Joachim von Sandrart anschließend in einem sehr persönlichen Referat seine Erfahrungen als Christ und Soldat im Einsatz sowie den Wert christlicher Überzeugung, des christlichen Menschenbildes und der sich daraus ergebenden Haltung gegenüber dem Beruf des Soldaten. Er berichtete in diesem Rahmen zum Beispiel von seinen Erfahrungen als Kommandeur von Soldaten, die in nichtchristlichen Elternhäusern sozialisiert wurden und nicht mehr im christlichen Glauben verwurzelt sind, und diskutierte Fragen des gemeinsamen Wertesystems. Für die Teilnehmer der Einkehrtagung sehr eindrucksvoll waren auch die Schilderungen seines mehrmonatigen Einsatzes in Afghanistan bei der International Security Assistance Force (ISAF), und zwar sowohl hinsichtlich der politischen Zusammenhänge als auch und vor allem hinsichtlich der eigenen konkreten Gefechtserfahrungen und damit verbundenen Notwendigkeiten. Der Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen aus.

Pilgertag der Subkommende Stade am<br>13. Juni 2015

Der Pilgertag der Subkommende Stade am 13. Juni 2015 startete diesmal am Waldmuseum in der Wingst, einem waldreichen Erholungs- und Feriengebiet zwischen Stade und Cuxhaven. Bei schwülwarmem Wetter starteten wir nach Begrüßung, Ordensgebet und Gesang in den Wald und erreichten nach Halt an einem alten Judenfriedhof im Wald gegen Mittag das sogenannte Bugenhagenhaus, eine kleine Kapelle am Rande des Waldgebiets. Nach Andacht und Gesang ließen wir uns eine halbe Stunde entfernt zur Mittagsrast in einer Beobachtungshütte am Balksee, einem malerisch in einem Naturschutzgebiet gelegenen See, nieder. Hier deutete fernes Grollen bereits eine Wetterverschlechterung an. Am Nachmittag – wir stärkten uns gerade in einem Melkhus mit frischen Erdbeermilchshakes – gesellte sich dann auch tatsächlich ein Regengebiet zu uns und begleitete uns fortan treu auf den letzten zwei Stunden durch den Wald zurück zum Ausgangspunkt. Die Route war dieses Jahr rund 18 km lang und führte überwiegend durch Wald. Mit unserer Ankunft hellte es wieder auf, und die JUH Stade zauberte nach dem offiziellen Abschluss des Pilgertags mit Lied und Vaterunser eine wunderbare und sehr willkommene Abendversorgung.

Jugendarbeit im Orden: Einkehrtagung „Glaube, Geschäft und Globalisierung“

Was haben der südostafrikanische Staat Malawi, der Begriff des „ehrbaren Kaufmanns“, das internationale Messegeschäft und der Heideort Eschede gemeinsam? – Zunächst einmal nicht viel. Um all dies ging es aber auf der Einkehrtagung der Jugendarbeit im Orden (JiO) der Hannoverschen Genossenschaft, zu der sich am 29. November insgesamt zwanzig Ritterbrüder und ihre Frauen auf dem Heidegut Eschede bei Familie Schlottau-Blume eingefunden hatten.

Ritterbruder Dr. Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, hielt in freier Rede einen beeindruckenden Vortrag, in dem er einen weiten Bogen spannte: Vom tradierten Begriff des „ehrbaren Kaufmanns“, dem unter Kaufleuten auch heute noch üblichen und anerkannten Handschlag-Geschäft, über Martin Luther und seine Gedanken zu „Arbeit und Beruf“, bis hin zu den Grundsätzen moderner Personalführung und der Internationalisierung des Messegeschäfts. Die Klammer, die all dies zusammenhält, ist der Glaube, den es auch im Alltag zu bezeugen gilt: „Frohe Weihnachten!“ und „Gottes Segen!“ statt „Fröhliche Feiertage!“ oder „Beste Wünsche!“.

Ritterbruder Peer-Detlev Schladebusch, Pastor der Hannoverschen Landeskirche für Führungskräfte und Unternehmensleitungen und Pfarrer mit Doppelqualifikation (er hat neben Theologie auch Betriebswirtschaftslehre studiert und war auch selbst unternehmerisch tätig), berichtete von der Initiative christlicher Führungskräfte in der Automobilindustrie: Über Konzerngrenzen hinweg ist der Gedanke eines christlichen Gebetskreises von Wolfsburg nach Stuttgart und wieder zurück getragen worden. Gemeinsam mit dem Projektpartner Opportunity in Action führt Schladebusch im Februar 2015 die Bildungsrallye für Malawi durch – die zweite Off Road-Rallye dieser Art durch Afrika unter dem Motto „go4school“. Der Erlös der Rallye – insgesamt sollen durch den Verkauf der Fahrzeuge und durch Sponsorengelder 250.000 Euro eingesammelt werden – soll für Schulprojekte in Malawi eingesetzt werden. Peer Schladebusch schloss mit einem kleinen Gebet für unterwegs: „Gott, oft habe ich nur wenig Zeit! Ich werde getrieben und ich lasse mich treiben. Aber die Stille hier tut mir gut. Mein Herz beginnt zu heilen. Lass mich bitte nicht allein, wenn ich hinausgehe. Begleite mich als ein guter Freund, wohin mich immer mein Weg führt. Amen.“

An beide Vorträge schloss sich jeweils eine sehr aktive Diskussion an, die davon lebte, dass die Teilnehmer Gedanken und Erfahrungen zum Thema aus ihrer eigenen Perspektive einbrachten. Alles in allem: Ein bereichernder Tag!

Pilgertag der JiO Stade am 15.06.2013

Am 15. Juni 2013 fand der diesjährige Pilgertag im Rahmen der JiO Stade statt. Die insgesamt rund acht Stunden dauernde Wanderung bot Gelegenheit zur anregenden Gesprächen untereinander, aber auch zur inneren Einkehr und Reflektion. Dieses Jahr brachen 24 Pilgerinnen und Pilgerer im Alter zwischen acht und 75 Jahren bei herrlichem norddeutschen Wanderwetter nach einer kurzen Andacht und gemeinsamen Liedern gegen 10 Uhr in Oelkershusen, einer alten Dorflage in der Selsinger Börde, auf. Ein erster Halt erfolgte bei der Friedhofskapelle des Ortes Deinstedt, wo die Pilgerer dem Klang einer Kirchenglocke aus dem ostpreußischen Rastenburg lauschen konnten. Nach zügigem Marsch durch Felder, Wiesen und den Staatsforst Falje sowie einer Mittagsrast in Ober Ochtenhausen erreichte die Gruppe gegen 14.45 Uhr die Gedenkstätte Kriegsgefangenenlager Sandbostel (Stalag X B). Während der Andacht in der Lagerkirche zog ein starkes Gewitter vorbei, das zum Glück nahezu abgeklungen war, als die Wanderung nach kurzem Besuch der Gedenkstätte weiterging. Der Weg führte die Pilgerer nunmehr nach Selsingen, das gegen 18 Uhr erreicht wurde. Dort fand in der dortigen St-Lamberti-Kirche der Abschluss des Pilgertags mit gemeinsamen Liedern, Orgelspiel und geistlichen Gedanken statt. Nach einem kurzen Transfer mit bereit stehenden Fahrzeugen zurück nach Oelkershusen klang der Tag mit gemütlichem Beisammensein und wohlverdienter kulinarischer Versorgung schließlich aus.