5 Jahre nach der Flut: Johanniter bleiben weiter bei den betroffenen Menschen
Rund 20 Millionen Euro Hochwasserhilfe in NRW – Unterstützung bis mindestens Ende 2027 – Große Investitionen in resilienteren Katastrophenschutz
Fünf Jahre nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz begleiten die Johanniter die betroffenen Menschen weiterhin auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Was im Juli 2021 mit lebensrettenden Einsätzen begann, ist heute langfristige Wiederaufbau-, Beratungs- und Sozialarbeit – ergänzt durch gezielte Investitionen in einen noch leistungsfähigeren Katastrophenschutz.
“Noch immer kämpfen Betroffene mit den Folgen der Flut – sei es beim Wiederaufbau, mit Versicherungen oder den psychischen Belastungen der Katastrophe. Deshalb bleiben wir verlässlich an ihrer Seite – mindestens bis Ende 2027”, sagt NRW-Landesvorstand Udo Schröder-Hörster.
Einsatz von Anfang an und bis zum Ende
Bereits in den ersten Stunden nach der Flut waren die Johanniter im Einsatz. Mehr als 600 Einsatzkräfte allein aus Nordrhein-Westfalen retteten Menschenleben, evakuierten gefährdete Bewohnerinnen und Bewohner, versorgten Verletzte, richteten Notunterkünfte ein und unterstützten die Bevölkerung mit Trinkwasser, Stromversorgung, Verpflegung und psychosozialer Hilfe.
Im Anschluss folgte die finanzielle Soforthilfe. Rund zwei Millionen Euro wurden an mehr als 2.260 betroffene Haushalte ausgezahlt, um die dringendsten Anschaffungen und Reparaturen zu ermöglichen. Heute liegt der Schwerpunkt auf der Wiederaufbauhilfe, psychosozialen Unterstützung sowie der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in den betroffenen Regionen.
20 Millionen Euro, 3 Projektbüros für die Hilfe vor Ort
Insgesamt erhielt die Johanniter-Unfall-Hilfe NRW aus Mitteln von “Aktion Deutschland Hilft” rund 20 Millionen Euro. Die Johanniter sind Gründungsmitglied des ältesten und größten deutschen Bündnisses von Hilfsorganisationen mit Sitz in Bonn. Bis Ende 2025 wurden davon rund 14 Millionen Euro eingesetzt. Etwa die Hälfte floss in Einzelfallhilfen und den Wiederaufbau von Wohnraum sowie sozialer, kultureller und gemeinnütziger Infrastruktur. Die übrigen Mittel wurden für Beratungsangebote, Sozialarbeit, Tiny houses für Betroffene, Entlastungsprogramme für Kinder, Jugendliche und Familien sowie den Betrieb der drei Hochwasser-Projektbüros in Stolberg, Erftstadt und Odendorf verwendet. Rund 550 Einzelfallhilfen wurden bislang bewilligt. Die verbleibenden rund sechs Millionen Euro sind bereits bis Ende 2027 für weitere Hilfen fest eingeplant.
Die drei Projektbüros sind bis heute wichtige Anlaufstellen für die Menschen: Neben der persönlichen Beratung gewinnen aufsuchende Hilfen zunehmend an Bedeutung. Mitarbeitende besuchen Betroffene direkt zu Hause, unterstützen bei komplizierten Antragsverfahren und vermitteln fachliche Beratung durch Sachverständige, Rechtsanwälte oder Therapeutinnen und Therapeuten. Gleichzeitig fördern Begegnungsangebote, Gesprächscafés sowie Kinder-, Jugend- und Seniorenprojekte die soziale Stabilisierung in den betroffenen Kommunen.
“Unsere Hilfe endet nicht mit dem Ende der Schlagzeilen. Wir hören zu, beraten, begleiten und entwickeln unsere Angebote kontinuierlich entlang der tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen weiter. Hilfe zur Selbsthilfe ist dabei unser wichtigstes Ziel”, betont Udo Schröder-Hörster von den Johannitern.
Große Investitionen in die Prävention: Hochwasserhilfe-Anhänger
Neben der Unterstützung der Betroffenen investieren die Johanniter im Bereich Katastrophenschutz konsequent in die Vorbereitung auf künftige Extremwetterereignisse. Sie schaffen derzeit zehn Hochwasser-Module im Wert von rund 1,15 Millionen Euro an und stationieren sie strategisch in Nordrhein-Westfalen. Die speziell ausgestatteten Anhänger enthalten unter anderem Stromerzeuger, Pumpen, Funktechnik und Werkzeuge für Hochwassereinsätze. Ergänzt wird diese Ausstattung durch zehn geländegängige Notfall-Krankentransportwagen auf Basis des VW Amarok sowie weitere Spezialfahrzeuge für den Einsatz in schwer zugänglichem Gelände.
“Die Folgen des Klimawandels machen deutlich, dass wir den Katastrophenschutz neu denken müssen – siehe unsere UNIverselle Katastrophenschutz-Einheit UNIKE. Deshalb investieren wir in die Schadensbewältigung und zugleich in einen resilienteren Katastrophenschutz”, sagt Udo Schröder-Hörster.
Die Johanniter danken allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den zahlreichen Spenderinnen und Spendern. Ohne ihr außergewöhnliches Engagement wäre die langfristige Unterstützung tausender betroffener Menschen nicht möglich gewesen.
Hintergrund
Die Johanniter-Hochwasserhilfe in Nordrhein-Westfalen umfasst heute drei Projektbüros, aufsuchende Beratung, psychosoziale Unterstützung, Wiederaufbauhilfen, Angebote für Kinder, Jugendliche und Seniorinnen und Senioren sowie zahlreiche regionale Projekte zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die Verwendung der Spendengelder erfolgt transparent nach festen Förderrichtlinien und unter Begleitung des unabhängigen Johanniter-Spendenrates. Die Johanniter planen, ihre Unterstützungsangebote bis mindestens Ende 2027 und ggf. auch darüber hinaus – in geeigneter Form – in den betroffenen Regionen zu verstetigen.
Weitere Infos zur Hochwasserhilfe der Johanniter in NRW