Zivile und militärische Sicherheit gemeinsam denken
Premiere für die Johanniter auf der Security-Messe in Essen: Vier Tage fachlicher Austausch mit Politik, Verwaltung, Bundeswehr und der Sicherheitsbranche zu Bevölkerungsschutz und Zivil-Militärischer Zusammenarbeit.
Vom 22. bis 25. September präsentierten sich die Johanniter erstmals auf der "Security"-Messe in Essen, mit einem doppelten Standangebot: in der Themenwelt “Bevölkerungsschutz & zivile Verteidigung” sowie auf dem Freigelände der Messe. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Bundeswehr sowie die Frage, wie zivile und militärische Strukturen künftig noch besser zusammenarbeiten können.
Auf der parallel stattfindenden Euro Defence Expo (EUDEX) diskutierte NRW-Landesvorstand Udo Schröder-Hörster auf dem Podium über Strukturen, Schnittstellen und Handlungsfähigkeit in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit. Schröder-Hörster verwies dabei auf bestehende Kooperationen mit der Bundeswehr, gemeinsame Übungen und konkrete Planungen für größere Einsatz- und Transportlagen. Zugleich machte er deutlich, dass für eine belastbare Gesamtverteidigung auch zivile Strukturen gestärkt werden müssten – vom Katastrophenschutz über die Pflege bis zur Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung. Besondere Bedeutung komme dabei einem leistungsfähigen und verlässlich abgesicherten Ehrenamt zu.
Auch Johanniter-Bundesvorstand Oliver Meermann stellte die Zivil-Militärische Zusammenarbeit in den Mittelpunkt seines Messebesuchs. In seinem Fachvortrag sprach er darüber, welche Fähigkeiten die Johanniter in eine gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge einbringen können. Ein anschauliches Beispiel ist die "Verwundeten-Transportkomponente 100" (VTpK-JUH 100), mit der bundesweit 100 Krankentransportfahrzeuge für größere Transportlagen vorgesehen sind. Die dafür aufgebauten Strukturen können auch bei zivilen Evakuierungen, etwa von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen, eingesetzt werden.
Besondere Technik, spezielle Ausbildung
Als Blickfang am Messestand der Johanniter diente der neue Einsatzleitwagen des Johanniter-Regionalverbandes Essen mit Funk-, IT- und Satellitentechnik sowie autarker Stromversorgung. Auf dem Außengelände präsentierten die Johanniter außerdem einen geländegängigen Krankenkraftwagen auf Unimog-Basis aus der Universellen Katastrophenschutzeinheit (UNIKE).
Die Johanniter-Akademie NRW demonstrierte zudem in mehreren Übungen die Versorgung schwerverletzter Patientinnen und Patienten nach den Prinzipien des “Tactical Emergency Casualty Care” (TECC), einem Ausbildungskonzept für die medizinische Versorgung in besonderen Gefahrenlagen. Im Mittelpunkt stehen hierbei Einsatzsituationen wie Terroranschläge oder Amoklagen, in denen Verletzte unter hohem Zeitdruck, erschwerter Zugänglichkeit oder fortbestehender Gefährdung versorgt werden müssen. Am Messestand versorgten ausgebildete Einsatzkräfte der Johanniter so unter anderem eine simulierte Unterschenkel-Amputation und eine schwere Brustkorbverletzung. Auf dem Außengelände folgte ein weiteres Szenario mit einem simulierten Hubschrauberabsturz und mehreren Schwerverletzten.
Im Dialog mit Politik und Verwaltung
Am Johanniter-Stand informierten sich unter anderem Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags sowie Verwaltungs- und Ordnungsdezernenten aus dem Ruhrgebiet über die Arbeit und die Einsatzfähigkeiten der Johanniter, darunter Fabian Schrumpf (MdL und Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion Essen) und Christian Kromberg (Beigeordneter und Geschäftsbereichsvorstand für Recht, öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Essen). Insgesamt führten die Johanniter während der vier Messetage 686 qualifizierte Gespräche mit Fachbesucherinnen und Fachbesuchern.
Die nächste Security Essen findet vom 19. bis 22. September 2028 statt.