Jetzt erst recht: Bremer Kältebus der Johanniter fährt

Bremen, 03. April 2020

Foto: Johanniter/Jan Klaassen

Die Entscheidung war schnell gefällt: Die Bremer Johanniter fahren weiter mit ihrem Kältebus hinaus, um Obdachlosen einen festen Anlaufpunkt zu bieten. Für Andreas Setzer, seit dem 1. April hauptamtliches Mitglied im Regionalvorstand Bremen-Verden, ist es eine der ersten Amtshandlungen und gleichzeitig eine Ehrensache: „Gerade in diesen Zeiten können und dürfen wir nicht wegschauen und die Bedürftigen im Stich lassen. Deswegen der logische Entschluss: Wir fahren!“

Etwas verändert ist die Vorgehensweise im Umgang mit dem Coronavirus allerdings schon: Es wird auch hier auf körperlichen Abstand geachtet. Es werden ca. 50 Tüten mit einem Snack, Getränk, Süßigkeiten und Obst geschnürt. „Äpfel, Birnen und Bananen – der Wunsch nach Obst wurde von unseren wohnungslosen Gästen geäußert. Wir kommen dem gern nach“, berichtet Setzer. Dann werden die Tüten einzeln mit Distanz platziert und können von dort weggenommen werden. Eins der wichtigsten Aspekte der Aktion: Die Menschen ohne Obdach finden offene Ohren und erfahren Zuwendung. Es wird ihnen zugehört und wenn sie Wünsche nach Kleidung oder Schlafsack äußern, wird dies registriert und, wenn nicht vorhanden, beim nächsten Termin mitgebracht.

Der Bremer Johanniter-Kältebus ist seit 2012 eine Institution in der Hansestadt. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verteilen Essen, Getränke und warme Kleidung in den Wintermonaten an Menschen ohne Obdach. Dabei sind sie auf Spenden angewiesen: „Wir freuen uns sehr, wenn sich auch weiterhin Spender und Förderer finden lassen! Diese Menschen benötigen unsere Unterstützung und das Signal, dass sie nicht vergessen sind“, unterstreicht Andreas Setzer.

Eigentlich wäre Ende März die Saison zu Ende, aber die Johanniter fahren solange der Bedarf es durch die Corona-Pandemie notwendig macht. Ihre Tour: Jeweils Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag sind sie um 18:30 Uhr an ihrem Stammplatz am Hauptbahnhof und um 19 Uhr am Unterstand in Gröpelingen anzutreffen sind. Danach starten sie ihre mobile Innenstadttour, bei der sie auch für einzelne Obdachlose anhalten, über Domsheide, Marktplatz, Theaterschiff, Steintor und Kennedyplatz. Die Fahrt endet nach einem Blick am Gedächtnisort Elefant an der Rückseite des Hauptbahnhofs. Nach der Probefahrt am Donnerstag letzter Woche stellte Ingo Walter-Hofstadler fest: „Wir haben noch nie so viel Dankbarkeit in unserer Kältebus-Zeit verspürt. Man merkt, wie wichtig es ist, dass abends noch einmal Snacks verteilt werden.“ Gerade am Abend, wenn es in eine kalte, einsame Nacht geht, und die eigenen Gedanken sich bedrückend aufbauen, ist menschliche Zuwendung – sei sie auch aktuell auf Abstand – mehr als willkommen.

Unterstützen Sie die Johanniter

In der aktuellen Situation sind die Johanniter auf finanzielle Unterstützung angewiesen - insbesondere zur Sicherstellung der zahlreichen ehrenamtlichen Leistungen. Viele ehrenamtliche Helfer sind für die Menschen im Einsatz – freiwillig und unentgeltlich. Beispielsweise im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Insbesondere für spezielle Ausstattung und Ausrüstung, wie Schutzbekleidung wird finanzielle Hilfe benötigt. Unterstützen Sie die Johanniter und nutzen Sie bitte dazu folgende Kontoverbindung:

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
IBAN: DE16 3702 0500 0004 3107 18
BIC: BFSWDE33XXX

Über die Internetseite www.johanniter.de/coronaspende-nb besteht die Möglichkeit auch direkt online zu spenden.

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