Spendenlager zieht um

Marcel Schwarzenberger - Ronnenberg, 13. Dezember 2017

Förderverein dankt Ronnenberger Johannitern

Uwe Schulz (links) und Horst von Parpart räumen das Lager in Ronnenberg auf. Foto: JUH/Schwarzenberger

Ein letztes Mal packt Uwe Schulz seine Kartons zusammen, stellt Kisten bereit und räumt alles in den Ford Transit mit der Aufschrift „Humanitarian Aid“ (humanitäre Hilfe). Das heißt: Die Arbeit von Schulz und all den anderen im Förderverein für Johanniter-Sozialstationen in Ostpreußen e.V. geht freilich weiter. Beteiligt sind auch die Preußische Genossenschaft und die Posen-Westpreußische Genossenschaft des Johanniterordens. Doch nun beziehen die Beteiligten neue Lagerräume in einem Johanniter-Altenheim in Celle. Dort lagern künftig die Spenden für Menschen in Polen. Fast acht Jahre war das Lager mit dem so wichtigen Gut im Haus des Ortsverbandes (OV) Deister der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. am Hagacker 5B in Ronnenberg untergebracht. „Wir ziehen mit großem Dank an den OV Deister um“, sagt Vereins-Mitbegründer Dr. med. Christian Meyl. Im April 2010 halfen die Ronnenberger Johanniter dem Verein kurzerhand bei seiner Suche nach Lagerräumen.

Celle wäre im Grunde schon damals der dauerhafte Lagerort gewesen. Die Stadt liege aus logistischen Gründen günstiger, sagt Schulz, der das Lager organisiert. Aber das erwählte Lager erwies sich als nicht nutzbar. Doch das Netzwerk aus Johanniterorden und JUH war hilfreich; beim OV Deister fand der Förderverein ausreichend Platz. Nun also geht es in Celle mit der Arbeit weiter, wie schon 2010 geplant. Für März 2018 stellen die Johanniter einen nächsten großen Transport zusammen.

Dr. Meyl ist Ehrenkommendator des Johanniterordens und in der Subkommende Burgwedel tätig. Die zum Orden gehörenden Preußische Genossenschaft sowie die Posen-Westpreußische Genossenschaft pflegen seit Jahrzehnten soziale Kontakte in die früheren ostpreußischen Gebiete in Polen. 1993 eröffneten die Johanniter dort die ersten Sozialstationen und engagieren sich karitativ. Für die Logistik gründete Dr. Meyl den Förderverein, der inzwischen ebenfalls seit gut 20 Jahren aktiv ist. Wichtigste Aufgabe: Das Sammeln von Geld- und Sachspenden, „um Menschen in größter Not zu helfen“, betont Dr. Meyl. Apotheken, Großhändler und Altenheime spenden beispielsweise Verbandmaterial und Produkte für die Pflege von alten und kranken Menschen. Rollstühle, Schmerzmittel – all das Material füllt übers Jahr verteilt mehrere Lastwagen. Etwa acht Touren organisiert der Förderverein jedes Jahr, weitere Touren unternimmt auch Horst v. Parpart von der Posen-Westpreußischen Genossenschaft. Bei den Vorbereitungen wird er unter anderem von der Johanniter-Hilfsgemeinschaft (JHG) Calenberg-Schaumburg unterstützt. Über die Sozialstationen erreichen die Spenden jene Menschen, die am meisten darauf angewiesen sind. Bei vielen reiche die Rente kaum zum Leben, weiß Uwe Schulz. Zuzahlungen zu Hilfsmitteln oder Medikamenten seien oft nicht möglich. Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung in der Europäischen Union, zu der Polen gehört, hoffen Dr. Meyl und all die anderen Engagierten, dass die Sozialstationen nach und nach nicht mehr gebraucht werden. Vorerst aber gibt es noch Arbeit.