Johanniter ernennen Thomas Lemke zum neuen Regionalvorstand

Stefan Greiber - Oldenburg, 03. Januar 2015

Oldenburger Rechtsanwalt und Johanniterritter folgt Hans-Ulrich Diers nach

Freuen sich über den Wechsel im Vorstand (Hinten von links): Uwe-Jens Kruse, Hans-Ulrich Diers und Thomas Lemke. Vorne von links: Ralph-Edzard Wedekind, Thomas Mähnert, Wilfried Barysch und Markus Wedemeyer.

Thomas Lemke ist neues ehrenamtliches Mitglied im Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Weser-Ems. Der Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Seniorpartner der Kanzlei Kramer, Lemke, Wilken in Oldenburg, wurde am Sonnabend offiziell in sein Amt eingeführt. Er folgt Hans-Ulrich Diers nach, der fast auf den Tag genau an seinem 50-jährigen Dienstjubiläum und nach 20 Jahren im Regionalvorstand von seinem Amt zurückgetreten war. Lemke wird zukünftig gemeinsam mit dem Arzt und zweiten ehrenamtlichen Vorstandsmitglied Markus Wedemeyer und dem hauptamtlichen Vorstand Wilfried Barysch die Geschicke eines der bundesweit größten Regionalverbände der Johanniter-Unfall-Hilfe mit 20 Ortsverbänden, 37 Dienststellen sowie 570 hauptamtlichen und mehr als 900 ehrenamtlichen Mitarbeitern lenken. Die Ernennung nahmen die Landesvorstände Ralph-Edzard Wedekind und Thomas Mähnert vor, Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler überbrachte die Grüße der Stadt Oldenburg. „Die Johanniter sind für die Stadt ein zuverlässiger Partner. Wir freuen uns, dass Sie mit Herrn Lemke einen würdigen Nachfolger für Herrn Diers gefunden haben und dadurch die Fortsetzung der guten Arbeit des Regionalverbandes gesichert ist.“

Hans-Ulrich Diers verabschiedete sich mit einer bewegenden Rede von seinem Amt. „Ich trete nun drei Schritte zurück ins Glied und bin somit wieder Helfer“, sagte er. Als solcher will er weiterhin der Johanniter-Unfall-Hilfe treu bleiben und sich nach Kräften für die Organisation einsetzen. Die versammelten Leiter der Ortsverbände, die Vorstände aller Regionalverbände im Landesverband Niedersachsen/Bremen sowie zahlreiche Partner und Freunde der Johanniter-Unfall-Hilfe spendeten minutenlang stehenden Applaus. Stolz und gerührt nahm Diers den Beifall entgegen, nur wenige Minuten, nachdem er von Barysch im Namen des Präsidenten der Johanniter-Unfall-Hilfe zum Ehrenmitglied ernannt worden war. „Das ist eine ganz besondere Auszeichnung, die nur wenigen zuteil wird“, betonte Barysch. Zudem erhielt Diers das Jubiläumsabzeichen der Johanniter-Unfall-Hilfe für seine 50-jährige Mitgliedschaft.

Grund zum Feiern hatte auch Wilfried Barysch. Er beging sein 25-jähriges Dienstjubiläum und erhielt dafür vom Landesvorstand das Jubiläumsabzeichen sowie das Ehrenzeichen am Bande. Er hatte sich 1989 als Rettungssanitäter bei der JUH in Oldenburg beworben. Das Bewerbungsgespräch hatte Hans-Ulrich Diers als damaliger Ortsbeauftragter geführt. „Ich hoffe, du hast die Entscheidung, mich einzustellen, nicht bereut“, sagte Barysch. Aufregend sei das Gespräch für beide gewesen, denn Barysch war damals der erste externe Mitarbeiter, der sich aufgrund einer Stellenanzeige beworben hatte und eingestellt wurde. „Wir waren nervöser als der Bewerber, denn wir hatten eigentlich keine Ahnung, wie man so ein Gespräch führt“, erinnerte sich Diers. 1992 wurde Barysch Verwaltungsdezernent für Ahlhorn/Oldenburg und somit der Vorgesetzte seines Vorgesetzten Diers. Nach der Gründung des Regionalverbandes Weser-Ems 1995 wurden beide gleichberechtigte Vorstände. „Egal ob ich dein Vorgesetzter oder du mein
Vorgesetzter oder wir beide gleichrangig waren: Es war einfach klasse, die 25 Jahre mit dir zusammen zu arbeiten“, sagte Diers.

„Vorstand zu sein ist nicht immer eine Spaßveranstaltung“, betonte Mähnert in seiner Ansprache. Eine Organisation mit 20 Millionen Euro Umsatz zu führen, und das auch noch ehrenamtlich, sei eine besondere Herausforderung. Doch der Verband sei gerade deshalb so erfolgreich, weil in den Führungsgremien die Ehrenamtlichen vertreten sind. „Als ich vor 20 Jahren als Landesvorstand anfing, sagte man mir, ich solle bei dem Langen vorsichtig sein“, erzählte Mähnert. Der Lange, damit war der zwei Meter große Diers gemeint. „Der ist alter Bundesbahner und ein ganz harter Knochen, hieß es.“ Eine Warnung, die sich als nützlich erwies. „Sie waren immer hart in der Sache, aber ehrlich im Umgang. Auf Ihr Wort kann man sich verlassen.“ Viele Worte habe Diers nie gemacht. „Aber wenn Sie bei unseren Tagungen im Hintergrund ‚So’n Quatsch‘ grummelten, war man gut beraten, über das Gesagte noch einmal nachzudenken.“ Diers habe immer auf die konsequente Einhaltung von Regeln geachtet, es aber auch selber vorgelebt.

Voll des Lobes für seinen Vorgänger war auch Thomas Lemke. „Die JUH-Schuhgröße, die Sie vorlegen, wird immer zu groß sein.“ Immerhin werde der Vorstand durch den Wechsel verjüngt. „Sie sind ja drei Monate älter als ich“, sagte Lemke im Scherz, der seinen Beruf als Rechtsanwalt weiterhin voll ausüben wird. Tatsächlich sei nicht das Alter das entscheidende Kriterium gewesen. „Dieser Wechsel stellt für den Regionalverband einen Paradigmenwechsel dar“, sagte Lemke. Erstmals sei jemand in Weser-Ems Vorstand geworden, der nicht auf eine langjährige Erfahrung in einem Ortsverband zurückblicken könne, sondern als Ehrenritter des Johanniterordens die christlich-spirituelle Seite vertrete. „Ich werde nicht so oft in der Regionalgeschäftsstelle anwesend sein, wie es die Kollegen von Herrn Diers gewohnt sind“, erklärte Lemke. Aber mit der Ernennung von Markus Wedemeyer, der als ehrenamtlicher Helfer im Ortsverband Stedingen und später als Zivildienstleistender bei der Johanniter-Unfall-Hilfe begann, später Ortsbeauftragter in Nordenham war und im November 2013 als drittes, zusätzliches Mitglied den Regionalvorstand verstärkte, sei die ehrenamtliche Helferschaft weiterhin vertreten.