40 Jahre ehrenamtliche Hilfe - Maik Schiefer feiert Jubiläum
Von der Jugendgruppe, über Bevölkerungsschutz bis zur Motorradstaffel — Maik Schiefers Weg bei den Johannitern
Im Juni 1986 begann für Maik Schiefer mit 14 Jahren eine außergewöhnliche Laufbahn bei den Johannitern. Vier Jahrzehnte später blickt der 54-jährige auf ein vielfältiges, ehrenamtlich geprägtes Engagement — von der Jugendarbeit über Katastrophenschutz und Rettungsdienst bis zu Auslandseinsätzen und Leitungsaufgaben.
Nach einem Erste-Hilfe-Kurs an der Realschule Nord in Bad Oeynhausen trat Maik Schiefer der Johanniter-Jugend bei. Schon früh war für ihn klar, dass Helfen mehr als ein Hobby sein sollte. Neben seiner beruflichen Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger verpflichtete er sich 1990 für zehn Jahre zur Mitarbeit im Katastrophenschutz – der Beginn einer außergewöhnlichen Entwicklung innerhalb der Johanniter und darüber hinaus.
In den folgenden Jahren absolvierte er eine Reihe fachlicher Ausbildungen — Sanitätshelfer, Rettungssanitäter und Funker — 1995 wurde er mit den entsprechenden Leistungsnachweisen zum Rettungsassistenten ernannt.
Sein Wissensdurst und sein Anspruch, Verantwortung zu übernehmen, führten ihn kontinuierlich weiter: Es folgten zahlreiche Aus- und Fortbildungen im Bevölkerungsschutz sowie Führungslehrgänge bis hin zum Verbandführer. Als Lehrbeauftragter für Bevölkerungsschutz an der Johanniter-Akademie in Münster vermittelte er über viele Jahre sein Wissen, insbesondere im Bereich der Grundlagen der Stabsarbeit, an nachfolgende Generationen von Einsatzkräften.
Seine fachliche Entwicklung setzte sich fort: Bereits 2001 wurde Maik Schiefer vom Kreis Minden-Lübbecke in die Einsatzleitung für Großschadenslagen berufen. 2008 folgte die Berufung in die Einsatzleitung des Kreises Herford sowie die Bestellung zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst. Darüber hinaus engagiert er sich bis heute in der „Mobilen Führungsunterstützung von Stäben in Nordrhein-Westfalen (MoFüSt NRW)“ der Bezirksregierung Detmold.
Zu den Einsätzen, die ihn besonders geprägt haben, zählt die Jahrhundertflut in Sachsen im Jahr 2002. Auch international stellte er seine Erfahrung in den Dienst der Hilfe. Nach entsprechender Ausbildung für Auslandseinsätze wurde er 2013 nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“ auf die Philippinen entsandt. Dort unterstützte er gemeinsam mit internationalen Hilfsteams die medizinische Versorgung der betroffenen Bevölkerung.
Sein Wissen ist auch heute noch gefragt. So war Maik Schiefer unter anderem beim Hochwasser im Ahrtal 2021 im Einsatz und wurde zuletzt auch im Zusammenhang mit dem Erdbeben in Venezuela für Unterstützungsmaßnahmen angefragt. Seit 2023 gehört er außerdem der Johanniter-Motorradstaffel an, deren Leitung er 2024 übernommen hat.
Bemerkenswert ist dabei vor allem eines: All diese Aufgaben erfüllt der 54-Jährige ehrenamtlich – neben seinem Beruf. Auch dort profitiert die Allgemeinheit von seiner jahrzehntelangen Erfahrung. Bei der Stadt Bielefeld arbeitet er im Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement und trägt seit 2025 als Teamkoordinator und stellvertretenden Abteilungsleiter Verantwortung für einen zentralen Bereich der kommunalen Gefahrenabwehr.
Vier Jahrzehnte Einsatzbereitschaft, Fachwissen und Verlässlichkeit — das kann man nicht hoch genug wertschätzen. Schiefers Engagement hat unzähligen Menschen in Notlagen direkt geholfen und gleichzeitig nachfolgende Generationen von Helfenden geprägt und ausgebildet. Sein Wirken verbindet praktische Hilfe, Führungskompetenz und die Bereitschaft, auch in schwierigen Lagen Verantwortung zu übernehmen.
„Wir Johanniter danken Maik Schiefer herzlich für 40 Jahre außergewöhnlichen ehrenamtlichen Einsatz“, würdigt Christian Rehberg, Vorstand der Johanniter im Regionalverband Minden-Ravensberg.
„Sein Engagement zeigt eindrucksvoll, was gelebtes Ehrenamt bedeutet: Verantwortung übernehmen, Wissen weitergeben und Menschen helfen – oft im Hintergrund, immer zuverlässig und mit großem persönlichem Einsatz. Ich freue mich, dass wir auch künftig auf seine Erfahrung, sein Engagement und seine Menschlichkeit zählen dürfen. Wir wünschen ihm für die Zukunft vor allem Gesundheit, weiterhin Freude an seiner Aufgabe und stets eine sichere Rückkehr von allen Einsätzen.“