Auszubildende leiten eine Station im Johanniter-Krankenhaus Bonn
Besondere Praxiserfahrung
Verantwortung übernehmen, vertiefende Einblicke in die Praxis gewinnen und eigenständig Entscheidungen treffen – diese besondere Erfahrung machten in den vergangenen zwei Wochen 18 Auszubildende zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann der Johanniter Bildungs-GmbH Bonn. „Auszubildende leiten eine Station“, so der Name des Projektes, das nun zum ersten Mal im Fachbereich Geriatrie des Johanniter-Krankenhauses Bonn stattgefunden hat.
„Das Projekt bietet unseren angehenden Kolleginnen und Kollegen nicht nur die Möglichkeit, den regulären Stationsalltag mitzuerleben, sondern diesen vielmehr eigenverantwortlich zu strukturieren und zu gestalten – angefangen bei der Stations- bzw. Schichtleitung und der Erstellung des Dienstplans, über die Begleitung und Nachbereitung von Visiten bis hin zur Betreuung und Versorgung der Patientinnen und Patienten“, erklärt Petra Kowar, Stellvertretende Schulleiterin der Johanniter Bildungs-GmbH Bonn sowie Kursleiterin der Projektteilnehmenden.
Umfassend begleitet
Rund um die Uhr begleitet werden sie dabei sowohl von den examinierten Pflegefachpersonen, die in den jeweiligen Früh-, Spät- und Nachtdiensten regulär im Einsatz sind, als auch von speziell ausgebildeten Praxisanleitenden. „Die Teilnehmenden des Projektes befinden sich alle im dritten Ausbildungsjahr und damit kurz vor ihrem Examen. Die praxisnahen Erfahrungen, die sie im Rahmen unseres Projekts sammeln und vor allem auch vertiefen konnten, sind damit eine ideale Vorbereitung auf ihren zukünftigen Arbeitsalltag“, erklärt Ellen Lückel, zentrale Praxisanleiterin der Johanniter-Kliniken Bonn. Gemeinsam mit Maren Kalischko, Praxisanleiterin der geriatrischen Station, sowie weiteren Kolleginnen und Kollegen hat sie die Auszubildenden in den zurückliegenden Wochen, wann immer nötig, beratend und mit wachsamen Augen im praktischen Einsatz auf Station begleitet. Wichtig dabei zu jeder Zeit: Eine offene Fehlerkultur, bei der dennoch die Sicherheit und die zugewandte Pflege der Patientinnen und Patienten oberste Priorität haben.
Vertiefende Einblicke in das Berufsleben
Dass das Konzept aufgeht, bestätigen auch die Auszubildenden selbst: „Für mich war es eine rundum positive Erfahrung, die mich nicht nur in meiner Persönlichkeit, sondern vor allem auch in meiner Selbständigkeit gestärkt hat. Dazugelernt habe ich auch auf praktischer Ebene – z. B. was den Einsatz von Medikamenten und gewisse Handgriffe betrifft, die ich jetzt viel routinierter anwenden kann“, erklärt Jana-Sophie Liesenfeld. Auch persönlich hat die 21-Jährige eine entscheidende Erkenntnis gewonnen: „Zwar habe ich während der bisherigen praktischen Einsätze meiner Ausbildung bereits Erfahrungen auf den geriatrischen Stationen sammeln können, jedoch konnte ich jetzt viel tiefergehende Einblicke – insbesondere mit Blick auf den persönlichen Umgang mit Patientinnen und Patienten – gewinnen. All das hat mich darin bestärkt, auch nach meiner Ausbildung dem Johanniter-Krankenhaus treu zu bleiben und im Fachbereich Geriatrie Fuß zu fassen.“
Frische Impulse und generationsübergreifender Austausch
Doch nicht nur die angehenden Pflegefachpersonen profitieren von dem Konzept der Ausbildungsstation. Ein weiterer Pluspunkt liegt z. B. darin, dass die Auszubildenden während der Projektphase zusätzlich zu der regulären Schichtbesetzung im Einsatz sind und damit eine sehr umfangreiche Betreuung der Patientinnen und Patienten ermöglichen. Gleichzeitig wird der generationsübergreifende Austausch gefördert: „Auch für uns erfahrene Pflegefachpersonen war das Projekt eine gute Gelegenheit für frische Impulse. So haben die Auszubildenen nicht selten z. B. unsere Stationsabläufe hinterfragt und für sich ganz anders organisiert. Dieser Blick von außen hat gezeigt: Manchmal ist es vorteilhaft, gewisse Dinge einfach einmal anders zu denken“, erläutert Ellen Lückel.
Perspektivisch soll das Projekt nun zweimal jährlich stattfinden, um sowohl dem Frühjahrs- als auch Herbstkurs der Johanniter Bildungs-GmbH im Rahmen der generalistischen Pflegeausbildung die Möglichkeit der besonderen Praxiserfahrung zu ermöglichen.