17.06.2026 | Regionalverband Schleswig-Holstein Nord/West

Erste-Hilfe-Kurse für Geflüchtete

Pionierprojekt in Schleswig-Holstein: Die Johanniter in Kiel schulen Geflüchtete aus den Unterkünften in Erste-Hilfe-Maßnahmen

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Menschen, die aus den unterschiedlichsten Ländern zu uns kommen, zum Teil wenig oder keine Kenntnisse in der Ersten Hilfe mitbringen“, sagt Tanja Bruhn, Leiterin der Breitenausbildung in Kiel. Es sei aber wichtig, dass die Menschen, die in den Unterkünften wohnten, lernten, in Notsituationen richtig zu reagieren, und daher sei ein solches Schulungsangebot schnell erarbeitet worden.

Der Kurs ist speziell zugeschnitten auf „Menschen mit Migrationserfahrung mit kulturellen und sprachlichen Barrieren im Zivilschutz und Katastrophenfall“. Er gehört als ein Modul zur Kursreihe „Erste-Hilfe-Kurse mit Selbstschutz­inhalten“ und wird vom Bundesamt für Katastrophenschutz gefördert. „Zurzeit führen wir diesen Kurs ausschließlich in den Unterkünften, die wir betreuen, für die Bewohnenden und zum Teil für Mitarbeitende mit Fluchterfahrungen durch“, so Bruhn. 

Ziel ist es, eine Selbstverständlichkeit der Versorgung herzustellen, die sowohl die persönliche Notfallvorsorge als auch die Hilfsbereitschaft anderen gegenüber umfasst. Es werden beispielsweise Handlungsempfehlungen im Zivilschutz gegeben, um beim Ausfall kritischer Infrastruktur gewappnet zu sein. Kursleiter Jan Winter hat hierfür praktische Übungen entwickelt, um ein Bewusstsein für den Ernstfall zu schaffen und Handlungsoptionen einzuüben. Zudem werden die klassischen Erste-Hilfe-Maßnahmen vermittelt.