Gedenkgottesdienst
Das Johanniter-Haus Waibstadt gedenkt seiner Verstorbenen des vergangenen Jahres.
Getrost erwarten, was kommen mag, diese Lebenssicht aus Dietrich Bonhoeffers Lied lässt unaufgeregt dem Ende des eigenen Lebens entgegen sehen und zugleich getröstet derer gedenken, die ihren Weg vollendet haben. Im Johanniter-Haus Waibstadt wird dieses ehrende, gemeinsame Gedenken in einem würdigen Rahmen gepflegt. Im Gottesdienst am Freitag vor dem Ewigkeitssonntag versammelten sich Bewohnerinnen und Bewohner, Pflege, Betreuung, Verwaltung und eine große Zahl Angehörige, um der 33 zwischen 2021 und 2022 Verstorbenen zu gedenken. Trostvolle Rituale fügen sich in den Ablauf des Gedenkgottesdienstes ein und sprechen neben den liturgischen Texten, Gebeten und Liedern eine intensive Sprache. Mit weißen Rosen und besinnlichen Sätzen wird das letzte Stück einer gemeinsam verbrachten Lebenszeit gewürdigt. Dankbarkeit, Anerkennung, Trauer und Anteilnahme kommen zum Ausdruck. Name, Alter und Todestag eines jeden Verstorbenen werden genannt und jeweils ein Licht als Zeichen der Auferstehungshoffnung entzündet. Für die Angehörigen liegen Schmeichelsteine und Sinnsprüche als Zeichen der Erinnerung bereit. Dass unsere Zeit in Gottes Händen steht und wir wie in Psalm 121 immer wieder fragen „woher kommt mir Hilfe“, brachte Pfr. Jonas Rühle im Gebet und in seiner Predigt zum Ausdruck. Betroffen vom Tod eines jungen Freundes hatte er seine Erfahrungen einer bitter-süßen Trauer filmisch aufgearbeitet. Die Johanniter-Haus Gemeinde fühlte sich hinein genommen in den Schmerz und war beeindruckt.
Trauer, Abschied und Erinnern helfen, den Weg weiter zu gehen und frohe Erfahrungen wieder zuzulassen. Die ließen im Weiterlauf der Tage nicht lange auf sich warten, denn am ersten Adventswochenende erfreuten nicht nur die kleinen Adventssänger das ganze Haus, auch die jungen Musiker des Musikvereins stimmten mit feierlichen Klängen auf die Adventszeit ein.