15.07.2025 | Zukunftsbrücke in Konz – Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer

Kulturbegegnung am Kochtopf

Die Zukunftsbrücke der Johanniter in Konz lädt aufgeschlossene Menschen mit Herzblut am Herd ein, sich zu melden und mit ihren unbegleiteten minderjährigen Ausländern (UmA) zu kochen.

Eine Kochhelfende rührt im Topf.
Kochen macht Spaß und verbindet.

Wer hat Lust die Leidenschaft für Gerichte seiner Heimat und sein Können in der Küche regelmäßig mit interessierten Jugendlichen aus verschiedenen Ländern zu teilen? Immer donnerstags am späten Nachmittag wird es wuselig, duftend und besonders lecker in der offenen Küche der Wohngruppe in der Konzer Bahnhofstraße. Dann kochen die jugendlichen Bewohner zusammen mit ihren Betreuern einen wilden Mix aus den Gerichten, die sie kennen – meist deutsch, arabisch, afghanisch und ukrainisch. „Das macht immer richtig viel Spaß, schmeckt sehr gut und ist ein tolles Wochen-Highlight, zu dem unsere Jungs zusammenkommen, mithelfen möchten und Gemeinschaft empfinden“, erzählt Jacqueline Wagner, die die Einrichtung mit leitet. 

Integration kann durch den Magen gehen

Alleine seien die diensthabenden Betreuer, die ja keine ausgebildeten Küchenchefs sind, mit der Koordination der helfenden Hände und der Menge an Nahrungsmitteln und Einzelkomponenten aber sehr herausgefordert: „Außerdem fänden wir es schön, uns noch mehr für die Konzer zu öffnen, zu zeigen, dass unsere Jugendlichen ganz nette Jungs sind und ihnen Gelegenheit zum Austausch zu geben“. 13 15- bis 17-jährige, die aus ihren Heimatländern allein nach Deutschland geflüchtet sind, leben seit der Eröffnung vor rund eineinhalb Jahren mit den Johannitern direkt am Konzer Bahnhof: „Unser Ziel ist, alle zu voll integrierten Mitgliedern unserer Gesellschaft heranwachsen zu lassen“. Gerade gute Kontakte zu verschiedenen Deutschen öffne die Tür für ein neues Heimatgefühl der entwurzelten Jugendlichen.

Konzer schon erfolgreich dabei

 „Nach einem Zeitungsaufruf haben wir schon ehrenamtliche Sprachpaten gefunden, die sich den Jungen zuwenden, um mit Muße zu üben, damit der Schulabschluss trotz Sprachbarriere klappt“, freut sich die Sozialpädagogin. Beim gemeinsamen Kochen und Essen geschähe das voneinander lernen dann eher nebenher, sei aber ebenso wertvoll. Bonbon für die ehrenamtlichen Kochunterstützer: „Wir kaufen nach Absprache alle Zutaten ein, sind offen für Kochinspirationen, natürlich sind die Helfer danach auch zum gemeinsamen Essen eingeladen und die Jugendlichen haben jede Menge Insider-Ideen, denn sie wissen ja, wie es zu Hause war.“ Interessierte fürs Mitkochen und Jugendliche dabei Integrieren, egal welchen Alters, melden sich gern in der Wohngruppe unter Tel. 0174 / 2142990 oder Email: wg.konz(at)johanniter.de. Auch über weitere Menschen, die sich vorstellen können, als Sprachpate mit einzelnen Jugendlichen ihr Deutsch zu verbessern, freut man sich weiterhin.