06.11.2026 | Ortsverband Mannheim

Mit Joachim unterwegs im Johanniter-Pflasterlaster

Joachim engagiert sich ehrenamtlich im Team des Johanniter-Pflasterlasters. Er erzählt, warum er diese Arbeit liebt, was ihn persönlich motiviert und welche Begegnungen ihn besonders berühren.

Eine offene Tür für Menschen, die sonst keiner sieht

Mannheim. Mit einem kräftigen Ruck öffnet Joachim Klemm die Seitentür des Johanniter-Pflasterlasters. Drinnen liegen Verbände, Wundmaterial und Handschuhe bereit. Draußen warten die ersten Menschen. Für Joachim ist das inzwischen vertraut. Regelmäßig begleitet er den Johanniter-Pflasterlaster durch Mannheim, um Menschen mit akuten und chronischen Wunden zu helfen.

Joachim ist seit 30 Jahren ehrenamtlich bei den Johannitern. Seit zwei Jahren ist er im Ruhestand und kann sich mehr Zeit für sein Herzensprojekt nehmen. Der Gedanke der christlichen Nächstenliebe motiviert ihn: „Viele wohnungslose Menschen haben lange keine medizinische Hilfe erhalten. Ich möchte helfen, wo andere wegschauen“, sagt er. Dass viele lieber Abstand halten, wegen der Gerüche oder aus Unsicherheit, kennt Joachim noch aus seiner Zeit im Rettungsdienst. Dabei kann es jeden treffen, aus der Bahn zu geraten – durch Arbeitslosigkeit, eine Trennung oder eine Sucht.

Was während der Mannheimer Vesperkirche mit einer Wundsprechstunde begann, wird jetzt mobil und dauerhaft fortgeführt - mit dem Pflasterlaster der Johanniter. Der umgebaute Rettungswagen bringt medizinische Hilfe direkt zu den Menschen.

Besonders in Erinnerung geblieben sind Joachim ein Mann aus der Pfalz, der umherzieht und mit Holzhacken etwas Geld verdient, und ein Rentner mit offenen Wunden an den Beinen, der regelmäßig in die Vesperkirche kam. Ihre Geschichten berühren Joachim. Man merkt schnell: Es geht nicht nur um eine Wunde. Es geht um einen Menschen, der gesehen werden möchte.

Beim Pflasterlaster ist der Rentner bisher noch nicht vorbeigekommen. Doch Joachim hofft, ihn irgendwann wiederzusehen. Die Tür des Pflasterlasters bleibt offen – für ihn und für alle, die sonst allzu leicht übersehen werden.

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Was ist der Johanniter-Pflasterlaster?

Mit dem Pflasterlaster Mannheim bringen die Johanniter medizinische Hilfe direkt zu den Menschen auf die Straße, niedrigschwellig und auf Augenhöhe. Bei unseren Ehrenamtlichen ist jeder Gast willkommen – ohne Scham und Stigmatisierung. Ausgebildete Wundfachkräfte versorgen offene Wunden und beraten zur weiteren Pflege und Selbstversorgung. Genauso wichtig sind ein offenes Ohr und ein Gespräch. Wir Johanniter vermitteln den Wohnungslosen das Gefühl, gesehen zu werden. Für viele von ihnen ist es die erste Hilfe und Zuwendung seit Wochen oder sogar Monaten.