16.12.2020 | Lacrima - Zentrum für trauernde Kinder in München und Rosenheim

Möge es Weihnachten werden

In diesen Tagen geht es um viel! Nein, ausnahmsweise mal nicht um die Zahlen ...

In diesen Tagen geht es um viel! Nein, ausnahmsweise mal nicht um die Zahlen, die runter müssen, damit wir die Krankenhäuser entlasten und auch die Pandemie überwinden. Auch nicht um die Frage, wann denn jetzt der Impfstoff bei uns zugelassen wird. Es geht auch nicht um die Frage, mit wem und wie ich nun Weihnachten verbringen darf und nicht. Auch nicht, warum die Kirchen Gottesdienste anbieten dürfen und der Schützenverein seine Weihnachtsfeier nicht. Es geht um viel mehr.

Es geht nicht um die alltäglichen Fragen, ob und wo ich noch möglichst viele Toilettenpapier und Hefe besorgen kann, um sicher über die Runden zu kommen. Es geht um Leben und Tod. Es geht darum, zu erkennen, dass uns Gott entgegenkommt. Das der Unnahbare menschliche Gestalt annimmt, um uns einen Weg zu Frieden und Gerechtigkeit, zu Gemeinschaft und Gottesnähe, ja zu einem gelingenden zufriedenen Leben weisen kann. Es geht sogar noch über unser Denken und Fühlen und unsere Vorstellungskraft hinaus – quasi über das Leben hinaus und hinein in eine Kraft und Geborgenheit, die wir vielleicht in der erbärmlichen Krippe wieder entdecken, weil sie uns allen mit unseren Wünschen und Sehnsüchten bekannt vorkommt. Nur ein paar (vermutlich) Orientalen haben es zu deuten gewusst. Das Kind in der Krippe ist die Verheißung, auf die alle Menschen gewartet haben und - wie es scheint - heute noch warten. Es geht um das Miteinander im Leben und im Tod. Um Verbundenheit und Dankbarkeit und Nähe zu Gott.

Das Beste jedoch ist, dass wir nicht müssen, sondern dürfen. Wir dürfen uns entscheiden, ob wir dieses Geschenk annehmen möchten oder übergehen wollen. Ob wir dies mit Humanismus und vielem anderen kaschieren und so tun, als bräuchten wir keine Erlösung!

Das darf – Gott sei Dank – jeder selbst erkennen und feiern. Manchmal freue ich mich über diese Freiheit, nicht immer, wenn ich auf die Welt blicke. Aber am Ende wird alles gut – das ist meine Hoffnung, an die ich glaube. Gott sei Dank!

Ihnen und euch allen wünschen wir vom Lacrima-Team der Johanniter gesegnete Weihnachten und Gesundheit. Mögen die Sterne Sie und euch den Weg zur Krippe leuchten. Manchmal müssen wir darauf aber nur warten, denn Gott kommt uns entgegen!

Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2021!

Herzlichst,
Ihr Diakon Tobias Rilling