Nachhall - Ein Tag für den seelischen Wiederaufbau
Hochwasserhilfe des Regionalverband Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen & Regionalverband Köln/Leverkusen/Rhein-Erft gestalteten einen ganztägigen Workshop für Menschen die von der Flut 2021 betroffen waren.
Gemeinsam veranstalteten die Hochwasserhilfe der Regionalverbände Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen und Köln/Leverkusen/Rhein-Erft einen ganztägigen Workshop mit dem Titel „Nachhall – Impulse und Stärke für neuen Halt“. In einem geschützten Rahmen gab es für die Teilnehmenden niedrigschwellige Wege und Impulse zu mehr Ruhe und Stabilität im Alltag.
Nach der Begrüßung durch die Leiterinnen Luisa Mertens und Noa Hillebrecht fanden die rund zwanzig Teilnehmenden schnell zueinander. Denn trotz unterschiedlicher Lebenssituationen verband sie eine gemeinsame Erfahrung: die Nachwirkungen des Hochwassers im Juli 2021.
Fachlich begleitet wurde der Tag von der Diplom-Psychologin und Trauma-Therapeutin Claire Graaf-Schulz. Weitere Impulse brachte Nina Höhne, Systemische Beraterin aus dem Hochwasserhilfebüro in Swisttal, ein. Den Abschluss gestaltete Andrea Leonhardi mit Körper- und Alltagsübungen zur Stabilisierung.
Das Programm verband fachlich geleiteten Austausch, Bewegungsübungen, kleine Rituale in der Natur sowie einen kurzen Input zu Trauma und möglichen Folgen. Der Fokus lag dabei auf einem konstruktiven Umgang mit Belastungen und einer achtsamen Haltung sich selbst gegenüber. Die Einordnung, dass viele Reaktionen normale Antworten auf außergewöhnliche Belastungen sind, sorgte bei vielen Teilnehmenden für mehr Verständnis sich selbst gegenüber.
Zugleich wurden Unterstützungsangebote der Hochwasserhilfe vorgestellt. Nina Höhne informierte über das neue Angebot der Systemischen Beratung in Swisttal-Odendorf, während Noa Hillebrecht Workshops und Gruppenangebote aus Erftstadt präsentierte.
Der Workshop machte deutlich, wie groß der Bedarf an Austausch, Verständnis und Halt weiterhin ist. „Es tat gut, unter Menschen zu sein, die mich ohne Worte verstehen“, so eine Teilnehmerin. Rückmeldungen wie diese zeigten, wie wertvoll geschützte Räume für Begegnung und Verarbeitung bleiben. Auch die anonym ausgefüllten Feedbackbögen zeigten uns deutlich, dass der Bedarf an Gesprächs- und Austauschrunden als auch Workshops dieser Art besteht. Diese Erfahrungen fließen in die weitere Arbeit der Hochwasserhilfe ein.
Der „Nachhall“ dieses Tages ist spürbar – und unterstreicht, wie wichtig es ist, auch weiterhin zuzuhören, zu begleiten und Unterstützung bei der Aufarbeitung anzubieten.