02.09.2025 | Ehrenamtszentrum

Neun Ehrenamtliche für den Hospizdienst ausgebildet

Hospizhelfende begleiten Menschen auf ihrem letzten Weg. Bei den Johannitern in Hannover haben neun Teilnehmerinnen ihren Vorbereitungskurs für dieses besondere Ehrenamt abgeschlossen.

Bild: Johanniter/Janna Schielke

„Jede Person, die eine lebensverkürzende Erkrankung hat, kann sich bei uns Hilfe holen“, sagt Jasmin Heinecke vom ambulanten Hospizdienst der Johanniter. „Unsere Ehrenamtlichen beraten und begleiten die Betroffenen und ihre Angehörigen. Das können ein Spaziergang einmal pro Woche sein oder Gespräche am Krankenbett – wir vereinbaren ganz individuell, was gebraucht und gewünscht wird.“ So ermöglichen die freiwilligen Sterbebegleiterinnen und –begleiter ein Abschiednehmen in Würde und in gewohnter Umgebung zuhause oder in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. „Das ist genau mein Ding“, sagt Andreas Schulze. Er engagiert sich seit einem Jahr beim Johanniter-Hospizdienst und hat gemeinsam mit Ehrenamtskollegin Susanne Weber den Kurs mit begleitet. „Ich habe immer wieder Feedback gegeben, wie es als Ehrenamtlicher live so läuft.“

„Keine Sekunde bereut“

Damit sie dieser komplexen Aufgabe gewachsen sind, absolvieren die Ehrenamtlichen einen rund 100 Stunden umfassenden Vorbereitungskurs. Der diesjährige hat am 30. August seinen Abschluss gefunden. Stephanie Hähnel ist eine der angehenden Hospizbegleiterinnen. „Für mich war der Kurs auch ein Weg, mich selbst besser kennenzulernen“, sagte sie. „Ich habe mich hier immer richtig gefühlt und es keine Sekunde bereut.“ Auch Teilnehmerin Filiz Aga lobte den offenen und ehrlichen Umgang und die Gemeinschaft mit den anderen Kursteilnehmenden. Die Physiotherapeutin macht aktuell eine Ausbildung zur Psychotherapeutin und hat darüber ihr Interesse an der Hospizarbeit entdeckt. „Meine Erwartungen wurden eindeutig übertroffen“, sagte sie. „Es war ein tolles Gefühl der Verbundenheit – wie eine Schicksalsgemeinschaft auf Zeit.“

Mit Selbstvertrauen und Fachwissen in die Praxis

Neben den Zertifikaten überreichte Johanniter-Pastor Sebastian Müller gemeinsam mit den Kursleiterinnen Anika Jagodzinski und Jasmin Heinecke Blumen und ein Begleitbuch mit praktischen Tipps. Mit auf dem Weg gab Sebastian Müller außerdem ermutigende Worte: „Sie müssen viel Vertrauen in sich selbst haben, um jetzt in die Begleitungen zu gehen. Zugleich können Sie darauf vertrauen, stets unterstützt zu werden.“

Die Ausbildung umfasst unter anderem Einheiten zur Palliativmedizin, zu den Themen „Rituale des Abschieds“ oder „Stille und Schweigen – Sterbebegleitung ohne Worte“. Auch kultursensible Begleitungen und verschiedene religiöse Traditionen stehen auf dem Programm. Während einer Hospitation auf der Palliativstation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bekommen die angehenden Hospizbegleiterinnen und –begleiter einen Einblick in die Praxis. 

Wer Interesse an einer Hospizbegleitung hat oder sich ebenfalls engagieren möchte, kann sich einfach bei Jasmin Heinecke und Anika Jagodzinski melden unter 0511 65 50 57 0 oder ehrenamtszentrum.hal@johanniter.de.

Der Kurs wurde finanziell unterstützt von der Klosterkammer Hannover.