Pflegeschule Münster zeigt Courage: Gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung
Die Pflegeschule Münster der Johanniter-Akademie NRW ist jetzt Teil des bundesweiten Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
Menschen mit unterschiedlichen Biografien, Sprachen und kulturellen Hintergründen lernen an der Pflegeschule Münster gemeinsam für ihren zukünftigen Beruf. Diese Vielfalt prägt den Schulalltag und bereichert die Pflegeausbildung. Doch sie bringt auch Herausforderungen mit sich: Einige internationale Auszubildende erleben aufgrund ihrer Herkunft Rassismus und Diskriminierung, insbesondere während ihrer praktischen Ausbildung. Die Pflegeschule möchte diese Erfahrungen nicht hinnehmen, sondern aktiv Verantwortung übernehmen. Mit dem Beitritt zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verpflichtet sich die Schulgemeinschaft, sich dauerhaft mit Diskriminierung auseinanderzusetzen und regelmäßig entsprechende Projekte umzusetzen.
Ein gemeinsames Zeichen für Respekt und Zusammenhalt
Die Entscheidung für die Netzwerkaufnahme wurde von der Schulgemeinschaft nahezu einstimmig getragen. Damit ist ein wichtiger Grundstein für das gemeinsame Engagement gelegt.
„Unsere Auszubildenden bringen unterschiedliche Biografien, Sprachen und Erfahrungen mit. Einige von ihnen machen aufgrund ihrer Herkunft negative Erfahrungen in ihrem beruflichen Alltag. Als Pflegeschule möchten wir das nicht hinnehmen, sondern ansprechbar sein, Haltung zeigen und unsere Auszubildenden stärken. Die Aufnahme in das Netzwerk ist für uns deshalb kein Abschluss, sondern der Beginn eines dauerhaften Engagements“, sagt Silvia Ruhuza, Schulleitung der Pflegeschule.
Im Rahmen der feierlichen Veranstaltung am Campus Münster überreichte Regionalkoordinator Oliver Kottmann die Anerkennungsurkunde und das Netzwerkschild. Münsters Bürgermeisterin Maria Winkel würdigte die Netzwerkaufnahme mit einem Grußwort.
Begleitet wird die Pflegeschule auf ihrem weiteren Weg von drei Projektpaten: dem Fußballverein ASEC Münster, dem ehemaligen Lehrer für Pflegeberufe Harald Kachel und Pfarrer Dr. Égide Pèlerin Muziazia. Sie bringen unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen ein und unterstützen das Engagement der Schule.
Auszubildende berichten von ihren Erfahrungen
Bereits im Vorfeld der Netzwerkaufnahme hatten sich internationale Auszubildende der Pflegeschule in einem gemeinsamen Videoprojekt mit ihren persönlichen Erfahrungen auseinandergesetzt. Darin berichten sie über ihren Ausbildungsalltag und sprechen auch über Erlebnisse mit Rassismus und Ausgrenzung.
Der Film wurde im Rahmen der Aufnahmefeier gezeigt und gab den Auszubildenden die Möglichkeit, ihre eigenen Perspektiven einzubringen. Er machte deutlich, warum es wichtig ist, Diskriminierung offen anzusprechen, Betroffenen zuzuhören und gemeinsam Veränderungen anzustoßen.
Das Video zeigt damit auch, worum es bei der Beteiligung am Courage-Netzwerk geht: nicht nur ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, sondern den Menschen Raum zu geben, deren Erfahrungen und Perspektiven im Mittelpunkt stehen sollten.
„Ich bin ich“ – Vielfalt künstlerisch sichtbar machen
Ein besonderer Bestandteil des Abends war die Vernissage „Ich bin ich – Identität, Persönlichkeit, Menschlichkeit“.
Im Rahmen des Kunstprojekts hatten sich Auszubildende mit ihrer eigenen Identität, ihren Erfahrungen und persönlichen Wertvorstellungen auseinandergesetzt. Ihre selbst gestalteten Bilder boten Raum für unterschiedliche Perspektiven und luden dazu ein, über Menschlichkeit, Zusammenleben und gegenseitigen Respekt nachzudenken.
Die Ausstellung machte deutlich, wie vielfältig die Menschen sind, die an der Pflegeschule miteinander lernen, und wie wichtig es ist, einander mit Offenheit und Wertschätzung zu begegnen.
Courage zeigen – auch über die Netzwerkaufnahme hinaus
Mit der offiziellen Aufnahme ist ein wichtiger Schritt getan. Die eigentliche Arbeit geht jedoch weiter: Die Pflegeschule möchte intensiver für die Themen Rassismus und Diskriminierung sensibilisieren.
Ein nächster konkreter Schritt ist eine geplante dreitägige Schulung des gesamten Lehrkräfteteams. Dabei sollen sich die Lehrkräfte sowohl fachlich als auch persönlich intensiv mit Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzen.
Auch weitere Projekte und gemeinsame Aktionen sollen dazu beitragen, das Bewusstsein für unterschiedliche Formen von Diskriminierung zu stärken und ein respektvolles Miteinander zu fördern.
Denn für die Pflegeschule Münster bedeutet Courage mehr als eine Auszeichnung: Es geht darum, hinzusehen, Betroffene zu unterstützen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen – jeden Tag.