20.07.2026 | Landesverband Niedersachsen/Bremen

Ruhiges Einsatzgeschehen: Deichbrand-Bilanz der„Rocker-Retter“

Mehr als 600 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) stellten die sanitätsdienstliche Versorgung der 60.000 Gäste auf dem Festival in Cuxhaven sicher.

Es galt das bewährte Motto „Ihr rockt. Wir retten.“ Ganz in diesem Sinne leisteten die Johanniter in der vergangenen Woche bis zum heutigen Montagmorgen beim Deichbrand Festival in Nordholz bei Cuxhaven die sanitätsdienstliche Betreuung. Bereits bevor die ersten Besucher am Mittwochmittag auf das Gelände strömten, sicherten die ehrenamtlich Helfenden die Aufbauphase und die medizinische Versorgung der Camping Areale ab.

In diesem Jahr kümmerten sich die Johanniter-Rocker-Retterinnen und -Retter um insgesamt 3.200 Patientinnen und Patienten. Davon wurden knapp 1.300 Fälle im Rahmen von Prellungen, Stauchungen, Kreislauf- oder vereinzelt alkoholbedingten Problemen protokolliert. Bei rund 1.900 Vorfällen handelte es sich um Bagatellen wie Blasen, Schürfwunden oder Pflasterbedarf. In die umliegenden Krankenhäuser wurden 107 Transporte durchgeführt.

Hinsichtlich der Patientenkontakte war es laut Einsatzleiter Thorsten Ernst ein erfreulich ruhiges Einsatzgeschehen: „Bei der Art und der Anzahl der Verletzungen zeichnet sich meist ein ähnlicher Verlauf ab. Zu Beginn sind es vermehrt typische Verletzungen beim Zeltaufbau, in der weiteren Entwicklung erleben wir im Wesentlichen Grillunfälle, Prellungen und Stauchungen, aber vereinzelt auch alkohol- oder drogenindizierte Fälle. An Tagen mit höheren Temperaturen kümmern wir uns vermehrt um Kreislaufstabilisierung und erinnern verstärkt an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und angemessenen Sonnenschutz. Die absolute Ausnahme sind gottseidank lebensbedrohliche Verletzungen.“Auch insgesamt zieht Ernst ein positives Fazit: „Wir erleben auch im elften aktiven Jahr unseres Einsatzes auf dem Deichbrand eine bemerkenswert hohe Motivation unserer Helfenden. Hier zeichnet sich durch die Mischung langjähriger Kräfte mit unseren neuen Ehrenamtlichen jedes Mal wieder ein besonderes Teamerlebnis ab, das durch die Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet verstärkt wird. Das sichert auch die Qualität unserer Arbeit. Dieses ehrenamtliche Engagement ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit und wir freuen uns jedes Jahr darüber.“

Logistik, Technik, Unterkunft und Verpflegung für die eigenen Leute auf dem Partner Camp direkt auf dem Festivalgelände zu gewährleisten, gehörte in diesem Jahr erstmalig auch zu den Aufgaben. Hier waren die Johanniter in den vergangenen zehn Jahren auf dem Fliegerhorst Nordholz untergebracht. Letztendlich waren pünktlich zur Öffnung des Infields am Donnerstag insgesamt alle acht Unfallhilfstellen, die Fußstreifen sowie das Johanniter Ärzte-Team bereit, um Patienten schnell und angemessen zu versorgen, bei Bedarf eine ärztliche Einschätzung zu leisten, im Medizinischen Versorgungszentrum eine weitergehende Behandlung durchzuführen oder den Transport in eines der umliegenden Krankenhäuser zu übernehmen. Ein entsprechendes 24/7-Schichtsystem sicherte eine Betreuung rund um die Uhr.

Für alle Ehrenamtlichen der Johanniter ist dieses Festival ein besonderer Einsatz. Zahlreiche Einsatzkräfte aus dem Landesverband Niedersachsen/Bremen sowie aus anderen Landesverbänden nehmen Urlaub, um bei den umfangreichen Maßnahmen des Sanitätsdienstes zu unterstützen – und natürlich auch, um das eine oder andere Konzert zu genießen. Zudem gibt es Gelegenheiten, eine interne Fortbildung zu absolvieren. Vor Ort waren Johanniter aus Würzburg, Mannheim, Harburg, Köln, Berlin, Kiel, Kassel, Eschweiler und weiteren Ortsverbänden im Bundesgebiet. Einige Helfende verbrachten sogar ihre Geburtstage hier. Das Deichbrand Festival ist darüber hinaus auch backstage jedes Jahr wieder ein kleines Event für alle Ehrenamtlichen, denn die gemeinsame Unterkunft bietet Möglichkeiten zum Austausch, einem Wiedersehen, dem gemeinsamen Chillen und der Vernetzung.