08.07.2026 | Landesgeschäftsstelle Sachsen

Superkräfte finden im Erzgebirge

110 Jugendliche, ein Ziel: die eigene Superkraft finden. Nahe des Auersbergs zeigt die Johanniter-Jugend Sachsen, dass Held*innen keinen Umhang brauchen.

Frische Bergluft umweht die Nase, während dichte Wolken über die Kronen der umstehenden Tannenwälder ziehen. In dieser eindrucksvollen Kulisse stellen sich rund 110 Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren die Frage: „Was heißt es eigentlich, Superheld*in zu sein und braucht man dafür überhaupt Umhang und besondere Fähigkeiten?“ Für das diesjährige Sommerlager der Johanniter-Jugend Sachsen wurden die Zelte vom 5. bis zum 10. Juli 2026 in einem Schullandheim bei Johanngeorgenstadt im Westerzgebirge aufgeschlagen. 

Versteckte Helden am Wegesrand 

Die perfekte Umgebung, um nicht nur die eigenen Superkräfte zu entfalten, sondern auch die der Natur rundherum zu entdecken. Zum Beispiel während einer Wanderung mit dem „Kräuter-Liesl“ Christiane. Auf der Tour rund um das Camp zeigt sie, wie vielfältig die Pflanzenwelt direkt zu unseren Füßen ist. „Vom entzündungshemmenden Giersch über die wohltuende Brennnessel bis hin zum würzigen Gundermann liegt so manche Superkraft näher als man denkt“, erklärt die zertifizierte Kräuterpädagogin und ergänzt mit einem Lächeln: „Man muss nur genau hinschauen.“

Held*innen ohne Umhang

Und dieses genaue Hinschauen ist das Credo für die Woche. Denn auch unsere alltäglichen Superhelden sind oft näher als man denkt, weiß die stellvertretende Landesjugendleiterin Yanice Gleiß: „Bäcker, Müllabfuhr, Handwerker oder Nahverkehr. All diese Berufe halten unser System am Laufen; ohne sie geht nichts.“ Auch das soll in diesem Sommerlager gezeigt werden. Jeder hat die Chance, seine ganz eigene Superkraft in die Gesellschaft einzubringen und einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl zu leisten. 

Wie sich das anfühlen kann, lernen die Jugendlichen unter anderem beim Back-Workshop, in der Tischlerei oder während des Küchendienstes, bei dem das Abendessen für die insgesamt 150 Personen im Camp gekocht wird. Darüber hinaus beschäftigen sich etliche Workshops damit, welche echten und fiktiven Superhelden es in der Geschichte bereits gab und was man von diesen lernen kann. „Wir möchten, dass die Kinder und Jugendlichen erkennen, wo ihre eigenen Stärken liegen“, erklärt René Rüggebrecht, Referent Jugendbildung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in Sachsen. „Sie sollen spüren, wie wertvoll ihr persönlicher Beitrag bei uns im Verein und generell in der Gesellschaft ist“.

Viele Stationen, ein Ziel: Zusammenhalt

Bei aller Ernsthaftigkeit geht es aber auch um Spaß, Gemeinschaft und Abenteuer. Entsprechend stehen ein Ausflug ins Bergwerk auf dem Plan, Erkundungstouren in den Wald, um gemeinsam Schutzhütten zu bauen oder Ausflüge in den nahegelegenen Skatepark. Neben den vielfältigen Programmpunkten sollen die Teilnehmenden auch lernen, sich selbst zu organisieren und gemeinsam ihren Tag zu strukturieren. 

Ein bisschen Wettkampf darf bei der Johanniter-Jugend aber auch nicht fehlen. Jeden Tag gibt es kleine Rätsel und Aufgaben, mit denen man sich Punkte verdienen kann, im Zuge einer spannenden Lagerrallye treten bunt durchmischte Gruppen an elf verschiedenen Stationen gegeneinander an. Doch egal, ob man gewinnt oder „Sieger der Herzen“ wird – was zählt, ist die gemeinsame Zeit und der Zusammenhalt. Denn das Sommerlager versteht sich als ein Ort, an dem Erinnerungen und Freundschaften fürs Leben entstehen.