13.03.2026 | Johanniter GmbH

„Volkskrankheit Rückenschmerzen?!“ – Nicht immer ist eine OP notwendig

Zum Tag der Rückengesundheit am 15. März

Fehlbelastungen durch vermehrtes Sitzen am Schreibtisch, Medienkonsum an Smartphone oder Tablet und die damit verbundene unphysiologische Haltung oder auch mechanische Belastungen der Bandscheiben durch z. B. falsches Fitnesstraining oder Übergewicht – die Auslöser für Rückenschmerzen sind vielfältig. Fotoquelle: Canva

Rückenschmerzen gelten als „Volkskrankheit Nummer Eins”, von der annähernd jeder Mensch im Laufe seines Lebens mehr oder weniger betroffen ist. Werden die Beschwerden allerdings zum täglichen Begleiter, kann das auf Dauer sehr belasten und letztlich die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Nichtsdestotrotz ist in den wenigsten Fällen eine Operation zwingend notwendig. Wie entscheidend in diesem Kontext die Prävention ist, welche konservativen Wege der Behandlung möglich sind und wie sich ein Bandscheibenvorfall von einem „Hexenschuss“ unterscheiden lässt, darüber informiert das Johanniter-MVZ für Neurochirurgie und spezielle Schmerztherapie Bonn.

Fehlbelastungen und Stress im Alltag 
„Rückenschmerzen sind häufig eine Folge unseres modernen Lebensstils. Unsere Wirbelsäule ist täglich unterschiedlichsten, zum Teil erheblichen Belastungen ausgesetzt, die sich u. a. in Verspannungs- und Druckschmerz im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule zeigen“, erläutert Prof. Dr. Christian von der Brelie, Leiter des Johanniter-MVZ für Neurochirurgie und spezielle Schmerztherapie in Bonn sowie Chefarzt der Abteilung für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie der Johanniter-Kliniken Bonn. 

Die Auslöser dafür sind vielfältig: Angefangen bei Fehlbelastungen durch vermehrtes Sitzen am Schreibtisch über Medienkonsum an Smartphone oder Tablet und der damit verbundenen unphysiologischen Haltung bis hin zu mechanischer Belastung der Bandscheiben durch z. B. falsches Fitnesstraining oder Übergewicht. „Nicht zu unterschätzen ist zudem, dass das Erleben von Stress heutzutage einer der wesentlichen begünstigenden Faktoren bei der Entstehung von Rückenschmerzen darstellt. Stress führt immer dazu, dass wir uns innerlich anspannen, ohne es jedoch bewusst wahrzunehmen“, so der Schmerzexperte. 

Wann ärztlicher Rat gefragt ist
Für einen langfristig gesunden und schmerzfreien Rücken sollte man präventiv agieren. Dazu zählen in erster Linie ergonomisches Arbeiten bei Schreibtischtätigkeiten, eine abwechslungsreiche Bewegungsstruktur im Alltag aus Stehen, Sitzen, Laufen und Bewegung sowie ein normales Körpergewicht.

Auch wenn der Rücken akut schmerzt und der klassische „Hexenschuss“ vorliegt, bedarf es nicht immer direkt eines Arztbesuchs: „Ein Intervall von drei Tagen Schmerz ist nicht ungewöhnlich und zunächst auch unbedenklich. Helfen können hier leichte Schmerzmittel, Wärmepflaster oder auch heiße Duschen. Es sollte sich allerdings spürbar spontan bessern“, empfiehlt Prof. Dr. Christian von der Brelie. 

Ärztlicher Rat sollte dann eingeholt werden, wenn die Beschwerden längerfristiger andauern sowie bei ausstrahlenden Schmerzen in die Beine, begleitet von einem Taubheits- und Kribbelgefühl sowie Lähmungen bzw. Ausfallerscheinungen. All das sind Symptome, die auf einen Bandscheibenvorfall hindeuten.

Ganzheitliche, individuell ausgerichtete Therapiekonzepte
Zum Thema Bandscheibenvorfall gibt der Experte erst einmal Entwarnung: „Die wenigsten Bandscheibenvorfälle müssen heutzutage operiert werden. Solange keine neurologischen Ausfallsymptome wie z. B. Lähmungserscheinungen in Arm und Bein, Kribbelstörungen oder Funktionsstörungen der Blase oder des Darm vorliegen, können wir Betroffenen im Anfangsstadium der Erkrankung in der Regel sehr gut mit konservativen Therapien helfen. Studien belegen hier Erfolgsquoten zwischen 85 und 90 Prozent.“ 

Dies im Blick, setzt das Johanniter-MVZ in Bonn auf ein ganzheitliches, multimodales Schmerzkonzept, das den Menschen und seine individuellen Lebensumstände in den Mittelpunkt rückt: „Wir versuchen stets, die Patientin bzw. den Patienten mit ausreichend Zeit und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Denn nur so kann eine Schmerzbehandlung auf Basis eines individuell abgestimmten Therapiekonzeptes gelingen“, erklärt Prof. Dr. Christian von der Brelie. Eine entscheidende Säule bildet dabei z. B. die Behandlung des betroffenen Nervs mit einem Gemisch aus lokalem Betäubungs- sowie entzündungshemmenden Mitteln – injiziert unter Röntgen- oder Computertomografie-Kontrolle. „Mithilfe dieser Spritzen sind wir in der Lage, den Schmerz auszuschalten und dem Körper Zeit zu geben, den Bandscheibenvorfall selbstständig heilen zu können.“