Was tun, wenn nichts mehr geht?
Erster landesweiter NRW-Katastrophenschutztag am 2. Oktober 2021 in Bonn mit abwechslungsreichem Live-Programm: ein Blackout-Szenario hautnah erleben
Was tun, wenn nichts mehr geht? Beim ersten landesweiten Katastrophenschutztag am 2. Oktober macht ein Aktionsparcours auf dem Bonner Münsterplatz interessierte Bürgerinnen und Bürger mit einem Stromausfall-Szenario vertraut. Hilfsorganisationen aus NRW zeigen, was den Katastrophenschutz unverzichtbar macht und werben um Nachwuchs.
Der erste landesweite Katastrophenschutztag in NRW wird veranstaltet von der Stadt Bonn und dem Innenministerium des Landes NRW. Übergreifendes Thema: Die Bürgerinnen und Bürger werden mit dem Szenario eines Stromausfalls vertraut gemacht. Vor diesem Hintergrund sollen der ehrenamtliche Katastrophenschutz mit seinen vielfältigen Aufgaben vorgestellt und weitere Menschen für ein ehrenamtliches Engagement gewonnen werden. Neben interaktiven Angeboten präsentieren sich alle im Katastrophenschutz NRW tätigen Organisationen und veranschaulichen das Zusammenspiel in übergreifenden Übungen.
Oft kann man sich in eine Situation erst dann richtig hineinversetzen, wenn man sie selbst erlebt. Genau das ist das Ziel des Blackbox-Aktionsparcours: Hier können interessierte Besucherinnen und Besucher an sieben Stationen hautnah erleben, was passiert und wie man reagieren kann, wenn Strom urplötzlich und länger flächendeckend ausfällt. Dinge, die selbstverständlich erscheinen, sind plötzlich nicht mehr möglich:
- KOMMUNIZIEREN: Was kann man tun, wenn Mobilfunk, Telefon, TV und Internet nicht mehr funktionieren?
- MOBIL SEIN: Wie komme ich voran, wenn Busse, Bahnen und Ampeln ausfallen, kein Benzin mehr fließt?
- SEHEN: Wie gut komme ich im Dunkeln zurecht und wie kann ich mich am besten darauf vorbereiten?
- TRINKEN: Wie gehe ich sinnvoll mit Trinkwasser um, wenn irgendwann nichts mehr aus dem Hahn kommt?
- ZAHLEN: Wie viel Bargeldvorrat ist sinnvoll, wenn Geldautomaten und Kassen nicht mehr funktionieren?
- KÜHLEN: Welche Lebensmittel sollte ich zuerst verbrauchen, wenn die Kühlung ausfällt und alles taut?
- HEIZEN: Wie wärme ich mich auf, wenn die Heizung ausfällt und es empfindlich kalt wird?
Alle im Katastrophenschutz in NRW tätigen Organisationen (Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, DLRG sowie die Hilfsorganisationen Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz und Malteser) präsentieren sich mit einem eigenen Infostand. Mitglieder der Organisationen sind zudem an Talkrunden auf der Bühne beteiligt. Mit zwei großen Live-Übungen um 10:30 und 14:30 Uhr werden die Organisationen zudem gemeinsam anschaulich demonstrieren, wie wichtig die Einsatzkräfte im Katastrophenschutz sind, wenn es darauf ankommt – und wie unersetzlich dabei das Ehrenamt ist. Katastrophenschützerinnen und -schützer sind unsichtbar, bis man sie braucht, aber dann innerhalb kürzester Zeit vor Ort: Sie retten Menschenleben, errichten mobile Krankenstationen, leisten Erste Hilfe, evakuieren Menschen, suchen nach Vermissten und bieten psychologische Hilfe an. Sie organisieren Notunterkünfte, verpflegen Betroffene und Einsatzkräfte, transportierten Lebensmittel und Trinkwasser, sorgen für Strom und Wasser und arbeiteten wenn nötig bis zu völligen Erschöpfung – viele davon ehrenamtlich.
Der landesweite Katastrophenschutztag ist Bestandteil der Strategie des Landes NRW zur Stärkung des Ehrenamtes im Katastrophenschutz. Schirmherr der Veranstaltung ist Innenminister Herbert Reul. Er wird gemeinsam mit Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner und dem Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster, die Teilnehmenden und Gäste ab circa 13:45 Uhr auf der Bühne auf dem Münsterplatz begrüßen.
Der Katastrophenschutztag findet am 2. Oktober von 10 bis 17 Uhr statt. Neben der Möglichkeit, den Katastrophenschutztag live vor Ort in Bonn zu besuchen, wird auf der Webseite zum Katastrophenschutztag auch ein Livestream angeboten.