„Weil es ums Ganze geht“ - Der 18. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag in Leipzig
Drei Tage Fokus auf Kinder und Jugendliche: Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) war ein voller Erfolg. Vom 13. bis 15. Mai trafen etwa 30.000 Menschen auf der Leipziger Messe zum größten Jugendhilfegipfel Europas zusammen.
Unter dem Motto „Weil es ums Ganze geht – Demokratie durch Kinder- und Jugendhilfe stärken“ kamen Fachkräfte, Träger, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zusammen, um sich auszutauschen, zu vernetzen und neue Impulse für die Praxis zu gewinnen.
Als Johanniter waren wir gleich an vier Stellen vertreten: Neben einem Stand der Johanniter-Akademie Mitteldeutschland und unserem bundesweiten Stand zur Arbeit in den Bereichen Kita und Kinder- und Jugendhilfe waren wir ebenfalls an vier Thementischen am Stand des Sächsischen Staatsministerium für Soziales und am Stand des Landkreis Altenburg präsent.
Folgende Themenbereiche haben wir auf der Messe präsentiert:
- Kinder- und Familienzentren
- Jugendverbandsarbeit und offene Jugendarbeit
- Schulsozialarbeit und Schul-/Individualbegleitung
- Fachberatung Kita
- Trauerbegleitung Lacrima
- Mehrgenerationenhaus Zwönitz
- Freiwilligendienste der Johanniter
Besonders gefreut haben wir uns über hochkarätigen Besuch an unserem Stand: Am ersten Messetag legte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) einen Zwischenstopp bei uns ein, am Mittwoch schaute SPD-Landtagsabgeordnete und ehrenamtliche Johanniterin Sophie Koch am Stand vorbei. Neben Landesvorstandsmitglied Dietmar Link, Regionalvorstandsmitglied Liane Schiewer (RV Leipzig/Nordsachsen) und Matthias Langer, Geschäftsbereichsleiter Kinder, Jugend, Familie und Senioren in der Bundesgeschäftsstelle besuchten auch die Mitglieder der Fachausschüsse Kita und Kinder- und Jugendhilfe und Bereichsleitende aus den Regional- und Kreisverbänden (Heiko Schäffler und Isabell Hescher) die Messe.
Der DJHT bot auch die Möglichkeit, ein breites Spektrum an Veranstaltungen, Panels und Workshops zu besuchen.
Unter anderem besuchten die Fachausschuss-Mitglieder sowie pädagogische Fachkräfte aus dem LV Sachsen das gesellschaftspolitische Forum zu der zukünftigen Ausgestaltung des Generationenvertrages.
Dort war unter anderem Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani vertreten, der in seiner Key-Note und in der anschließenden Diskussion auf die multiplen Krisen verwies und resümierte, dass die einzige Handlungsmöglichkeit und Stellschraube der Gesellschaft darin liege, „Kinder auf eine ungewisse Zukunft vorzubereiten“ und ihnen hierfür das nötige Handwerkszeug an die Hand zu geben.
Bereits im Vorfeld äußerte sich Prof. Dr. Karin Böllert (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ) besorgt: „Wir sind besorgt über die wachsende Zahl junger Menschen, die sich von der Politik nicht wahrgenommen fühlen. Obwohl eine große Mehrheit der jungen Menschen die Demokratie als die beste Staatsform ansieht, fühlen sich junge Menschen von der aktuellen Politik nicht berücksichtigt. Dabei zeigt der Kinder- und Jugend(hilfe)MONITOR: Wir brauchen mehr Generationengerechtigkeit durch Investitionen in Bildung, Digitalisierung und in die soziale Infrastruktur, nur dann wird Demokratie durch Teilhabe für alle ermöglicht. Für die Zukunftsfähigkeit unserer Demokratie brauchen gerade auch junge Menschen eine wirkliche Beteiligung und Mitbestimmung in politischen Prozessen. Ausgaben für die Gegenwart und Zukunft der jungen Generationen sind keine Subventionen, sondern Investitionen in den sozialen Zusammenhalt und die demokratische Verfasstheit unserer Gesellschaft.“
Prof. Dr. Karin Böllert betonte im gesellschaftspolitischen Forum, dass für Chancengerechtigkeit in den nächsten Jahren mehrere Mrd. Euro notwendig wären, um die jungen Menschen für die von Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani angesprochen Herausforderung vorzubereiten. Die auch im Koalitionsvertrag betonte Bedeutung von Chancengerechtigkeit und Armutssensibilität unterstreicht, dass wir mit unserer Projektgruppe Chancengerechtigkeit auf einem richtigen Weg sind.
Vielen Dank an alle Beteiligten für die Vorbereitung und Durchführung der Messe. Wir freuen uns schon auf den nächsten DJHT 2029.