Wenn Kinder trauern, können Erwachsene viel lernen
Hospiz Lilge-Simon-Stift beteiligt sich mit zwei Veranstaltungen an den Bremer Hospiztagen – im Mittelpunkt stehen Trauer, Sterben und die Frage, was Kinder uns darüber lehren können
Wie trauern Kinder? Was wissen sie über Abschied und Tod, das Erwachsenen manchmal verloren gegangen ist? Und wie lässt sich über das Sterben sprechen, ohne dass Angst und Sprachlosigkeit den Raum bestimmen? Diesen Fragen widmet sich das Hospiz Lilge-Simon-Stift im Rahmen der Bremer Hospiztage mit zwei Veranstaltungen im Oktober. Unter dem Titel „Trauer und Sterben durch Kinderaugen“ lädt das Hospiz am 15. Oktober zu einem Abend über kindliche Trauer ein. Ende Oktober folgt in Ritterhude ein Filmabend mit dem Film „Ich sterbe. Kommst du?“ und anschließendem Gespräch mit Mitarbeitenden des Hospizes.
Kinder trauern anders
„Kinder stellen Fragen, die uns Erwachsene manchmal sprachlos machen. Sie können weinen und kurze Zeit später wieder spielen. Sie erinnern sich anders und finden häufig einen sehr unmittelbaren Zugang zu Trauer und Abschied“, beschreibt das Hospiz den Ausgangspunkt des Abends am 15. Oktober. Dabei geht es nicht darum, Kindern eine besondere Form der Trauer zuzuschreiben. Vielmehr soll der Blick auf Kinder helfen, den eigenen Umgang mit Tod, Verlust und Abschied neu zu betrachten. Was können Erwachsene von Kindern über das Trauern – und vielleicht sogar über das Leben – lernen? Antworten und Denkanstöße gibt Marianne Kraft, Koordinatorin eines ambulanten Hospizdienstes im Heidekreis, ausgebildete Kinder- und Jugendtrauerbegleiterin und Vorstandsmitglied im Hospiz- und Palliativverband Niedersachsen. Sie führt durch den Abend, an dem bewegende Geschichten, Kinderzitate und Impulse miteinander verbunden werden. Im Mittelpunkt steht dabei auch der persönliche Austausch. „Trauer und Sterben durch Kinderaugen“ findet am Donnerstag, 15. Oktober 2026, von 19 bis 21 Uhr im Hospiz Lilge-Simon-Stift, Feldberg 1, 28757 Bremen, statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Wenn das Leben zu Ende geht
Mit einem anderen Zugang zum Thema Sterben beschäftigt sich der zweite Termin: Am 27. und 28. Oktober 2026 wird jeweils um 20 Uhr der Film „Ich sterbe. Kommst du?“ in den Ritterhuder Lichtspielen gezeigt. Der Film begleitet Nadine, die ihre letzten Wochen in einem Hospiz verbringt. Während sie sich ihrem Lebensende nähert, zieht sich ihr Sohn zunehmend zurück. Der Film erzählt von den Herausforderungen der letzten Lebenstage, von Angst und Abschied, aber auch von Nähe, Humor und der Erkenntnis, dass ein Leben oftmals unfertig zu Ende geht.
Nach der Vorstellung laden Mitarbeitende des Hospiz Lilge-Simon-Stift zum Gespräch ein. Für die Besucherinnen und Besucher bietet sich damit die Gelegenheit, Eindrücke aus dem Film zu teilen, Fragen zu stellen und über die Themen Sterben, Hospizarbeit und Abschied ins Gespräch zu kommen.
Der Eintritt kostet 7 Euro. Veranstaltungsort sind die Ritterhuder Lichtspiele, Riesstraße 11, 27721 Ritterhude.
Beide Veranstaltungen verfolgen ein gemeinsames Anliegen: Sie möchten Berührungsängste abbauen und dazu ermutigen, über Tod, Sterben und Trauer zu sprechen. Denn Hospizarbeit bedeutet nicht nur Begleitung am Lebensende. Sie schafft auch Räume für Begegnung, Fragen und Gespräche über das, was zum Leben gehört.
Die Termine auf einen Blick
15. Oktober 2026, 19–21 Uhr
„Trauer und Sterben durch Kinderaugen“
Hospiz Lilge-Simon-Stift, Feldberg 1, 28757 Bremen
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
27. und 28. Oktober 2026, jeweils 20 Uhr
Film „Ich sterbe. Kommst du?“ mit anschließendem Gespräch
Ritterhuder Lichtspiele, Riesstraße 11, 27721 Ritterhude
Eintritt: 7 Euro