Gewalt gegen Rettungskräfte: Johanniter fordern mehr Prävention
Stellungnahme der Johanniter zum Gesetzentwurf zur Stärkung des strafrechtlichen Schutzes des Gemeinwesens
Die Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützt das Ziel eines aktuellen Gesetzentwurfs zur Änderung des Strafgesetzbuchs, Einsatzkräfte wirksamer zu schützen. Kevin Grigorian, Leiter des Stabes der Bundesgeschäftsstelle und Beauftragter Nationale Hilfsgesellschaft, betont jedoch, dass härtere Strafen allein nicht ausreichen: „Wir begrüßen es, dass der Schutz von Menschen im Rettungsdienst gestärkt werden soll. Neben der eher symbolischen Erhöhung des Strafmaßes sind aus unserer Sicht vor allem präventive Maßnahmen wie Bildungsangebote und weitreichende Kampagnen für mehr Respekt gegenüber Einsatzkräften notwendig.“
Laut Bundeskriminalamt gab es 2024 bundesweit über 2.000 gemeldete Angriffe auf Rettungskräfte. „Um dieser Gewalt entgegenzuwirken, ist es vor allem entscheidend, das öffentliche Bewusstsein für den Wert der Arbeit unserer Einsatzkräfte zu stärken und die bestehenden Normen in der Praxis umzusetzen“, erklärt Grigorian weiter.
In ihrer Stellungnahme zum Gesetzentwurf sprechen sich die Johanniter daher für gezielte Investitionen in Bildungsprogramme und eine konsequente Strafverfolgung aus, um Angriffe auf Einsatzkräfte wirksam zu reduzieren.
Über die Johanniter-Unfall-Hilfe
Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit 33.000 Beschäftigten, rund 44.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,2 Millionen Fördermitgliedern eine der großen Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein bedeutendes Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland.