Partnerschaften

Faire Partnerschaften auf Augenhöhe: Wie die Johanniter-Auslandshilfe lokale Strukturen stärkt, um humanitäre Hilfe schneller und nachhaltiger zu machen.

Auslandsbericht 2025

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Partnerschaften

Lokal geht's besser

Partnerschaften und Lokalisierung

Damit humanitäre Hilfe in Krisen- und Katastrophengebieten bestmöglich wirkt, werden Menschen, Organisationen und Strukturen im jeweiligen Land von Anfang an in die Planung und Umsetzung von Hilfsmaßnahmen einbezogen. 

Wir streben in all unseren Auslandsprojekten eine Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen vor Ort sowie die Stärkung lokaler Strukturen an. Internationale Hilfsorganisationen wie die Johanniter sind nach wie vor wichtig für die Akquise und Verwaltung von Fördermitteln, das Risikomanagement und die technische Unterstützung. Nationale und lokale Akteure kennen jedoch die Bedingungen und Bedürfnisse der betroffenen Menschen am besten und ermöglichen effektive Zugänge für Hilfe. Auch die Nachhaltigkeit der Maßnahmen verbessert sich durch die Beteiligung lokaler Akteure. 

„Im Jahr 2025 haben wir genauer definiert, was Partnerschaften auf Augenhöhe mit lokalen Akteuren für uns bedeuten und wie wir sie umsetzen wollen”, sagt Magdalena Kilwing, Fachbereichsleiterin Nothilfe und Programmqualität. So sollen wichtige Entscheidungen gemeinsam mit den Partnern getroffen werden. Zudem sollen sie genügend finanzielle Mittel für Projekt- und Begleitkosten erhalten. Im Jahr 2025 haben die Johanniter bereits 53 Prozent der Projektausgaben an ihre Partner weitergegeben. Auch Risiken und Verantwortung bei der Umsetzung von Projekten sollen gerecht zwischen uns und unseren Partnern aufgeteilt werden. Darüber hinaus setzen wir uns für bessere politische Rahmenbedingungen für lokal gesteuerte humanitäre Hilfe ein und vertreten die Interessen unserer Partner in Gremien auf nationaler und internationaler Ebene.

„Lokalisierung und die Arbeit mit lokalen Partnern machen humanitäre Hilfe wirksamer, schneller und gerechter. Wer Menschen in humanitären Krisen wirklich unterstützen will, sollte lokale Expertise nutzen, stärken, finanzieren und respektieren”, sagt Magdalena Kilwing. Die Erreichung dieser Ziele ist ein Prozess, den die Johanniter als Unterzeichner der Charter4Change seit über 10 Jahren beschreiten. Um unsere Fortschritte auf diesem Weg genauer zu messen, führen wir 2026 globale Indikatoren für Partnerschaft und Lokalisierung ein. 

Lokalisierung und die Arbeit mit lokalen Partnern machen humanitäre Hilfe wirksamer.
Magdalena Kilwing, Fachbereichsleiterin Nothilfe und Programmqualität

2025 auf einen Blick

53
Prozent
unserer humanitären Mittel gingen direkt an lokale Partnerorganisationen.
50
Partnerorganisationen
arbeiteten weltweit mit uns zusammen.
25
lokale Partner
arbeiteten mit uns in Projekten auf dem asiatischen Kontinent zusammen.

Aktive Förderung

Regionalprojekt
Beispiel für Förderung lokaler Partner: Mit unserem „Growth“-Projekt in Südostasien haben wir im Jahr 2025 dazu beigetragen, zivilgesellschaftliche Organisationen in Myanmar, Kambodscha und Thailand zu stärken.

Gemeinsam für resiliente Gemeinden

Kambodscha: Lokaler Partner DPA
Gemeinsamer Projektbesuch: In Kambodscha unterstützten wir mit unserem Partner DPA Menschen in ländlichen Gemeinden dabei, trotz des Klimawandels mit dem Anbau von Nahrungsmitteln ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Starke lokale Partnerschaften sind der Schlüssel für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit. In Kambodscha arbeiten die Johanniter seit 2021 mit der lokalen Organisation Development and Partnership in Action (DPA) zusammen – einem engagierten und erfahrenen Partner, der sich mit großem Einsatz für benachteiligte Bevölkerungsgruppen in ländlichen Regionen einsetzt.

DPA wurde 2005 als gemeinnützige kambodschanische Nichtregierungsorganisation gegründet und beschäftigt heute 56 Mitarbeitende. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Unterstützung besonders vulnerabler Menschen, die von Armut betroffen sind. Ziel ist es, Gemeinden zu stärken und langfristige, gerechte Entwicklungsperspektiven zu schaffen.

Die Organisation verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit lokalen Gemeinschaften und setzt Schwerpunkte in der Stärkung gemeindebasierter Organisationen, der Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft, Einkommensförderung sowie im Klima- und Katastrophenschutz. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Schutz natürlicher Ressourcen und nachhaltigem Waldmanagement. 

Die Zusammenarbeit zwischen den Johannitern und DPA entstand auf Grundlage der hohen fachlichen Expertise, starken lokalen Vernetzung und professionellen Projektumsetzungskapazitäten von DPA. Besonders beeindruckend ist der partizipative Ansatz von DPA. Die Projektplanung basierte auf umfassenden Bedarfsanalysen in den Zielregionen: Haushaltsbefragungen, Gespräche mit lokalen Behörden sowie Konsultationen mit Gemeindestrukturen ermöglichten es, die tatsächlichen Herausforderungen der Menschen vor Ort genau zu verstehen.

Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit steht die Stärkung der Widerstandsfähigkeit ländlicher Gemeinden gegenüber den Folgen des Klimawandels. Konkret unterstützt das Projekt über 1.400 kleinbäuerliche Familien dabei, ihre Einkommensquellen zu diversifizieren und klimaresiliente Anbaumethoden zu etablieren. Gleichzeitig werden lokale Strukturen zur Katastrophenvorsorge gestärkt, um tausende Menschen besser vor klimabedingten Krisen zu schützen. Darüber hinaus trägt das Projekt zum Schutz wertvoller Waldgebiete und zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen bei.

Die Partnerschaft mit DPA zeigt eindrücklich, wie wichtig starke lokale Akteure für wirksame Entwicklungszusammenarbeit sind – nah an den Menschen, fachlich kompetent und mit einem tiefen Verständnis für die Herausforderungen vor Ort.

Unsere Partnerschaft war geprägt von Transparenz, Partizipation und gegenseitigem Respekt. Von Anfang bis Ende des Projektzyklus konnten wir unsere Expertise und Perspektiven jederzeit einbringen. So haben wir unsere Ziele gemeinsam erreicht.
Mam Sambath, Geschäftsführer DPA Kambodscha