Materialien Geflüchtetenhilfe
Wer Geflüchtete auf ihrem Weg begleitet, erhält bei uns wertvolle Unterstützung. Praktische Materialien und pädagogische Impulse fördern das Verständnis der deutschen Sprache, sorgen für Orientierung im Alltag und ermöglichen echte Teilhabe. Werkzeuge wie die Handreichung „Herzlich willkommen“, die Sprachtürme für Sprachpatenschaften sowie das Konzept „Erste Hilfe, Erstes Deutsch“ bieten haupt- und ehrenamtlich Engagierten, Sprachpatinnen und Sprachpaten, und Schulen konkrete Hilfestellungen.
Bildung als Schlüssel für Sprache und Teilhabe
Integration durch BildungsarbeitMenschen, die nach Deutschland flüchten, brauchen mehr als eine erste Unterkunft. Sie brauchen verlässliche Informationen und Menschen, die sie im Alltag begleiten. Hier setzt die Integrations- und Bildungsarbeit mit Geflüchteten an.
Die Johanniter engagieren sich in Einrichtungen der Flüchtlingshilfe und mit Partnern aus Politik, Schule, Unternehmen und Vereinen. Eine maßgeschneiderte Bildungsarbeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie hilft Menschen, sich im neuen Umfeld zurechtzufinden, erste sprachliche Sicherheit zu gewinnen und Schritt für Schritt Teilhabe zu erleben.
Der Servicepunkt Pädagogik bündelt Materialien, die haupt- und ehrenamtlich Engagierte bei dieser Aufgabe unterstützen. Dazu gehören Handreichungen für Einsatzkräfte, Materialien für Sprachpatenschaften, praxisnahe Hilfen für Gespräche im Alltag und Konzepte, die Sprache, Erste Hilfe und kulturelle Orientierung miteinander verbinden.
Materialien für die Arbeit mit Geflüchteten
4 Impulse für Ihren Bildungsalltag„Herzlich willkommen“
1. Handreichung
Die Handreichung „Herzlich willkommen“ richtet sich an hauptamtlich Beschäftigte und Ehrenamtliche in der Geflüchtetenhilfe. Sie bietet einen Überblick über zentrale Themen, die in der Begleitung geflüchteter Menschen von Belang sind.
Dazu gehören Fragen rund um Asylrecht, interkulturelle Kompetenz und weitere praktische Aspekte der Unterstützung. Gerade für Menschen, die neu in der Flüchtlingshilfe tätig sind, kann eine solche Orientierung helfen, Situationen besser einzuordnen und sicherer zu handeln.
Die Handreichung ist übersichtlich gegliedert und für den unmittelbaren Einsatz in Schulungen, Beratungen und Teambesprechungen konzipiert. Ergänzende Vorlagen, weiterführende Links und Hinweise zu Anlaufstellen erleichtern die Anwendung vor Ort.
„Herzlich willkommen“
2. VademecumDas Vademecum ergänzt die Handreichung und unterstützt besonders die direkte Kommunikation mit Geflüchteten. Es enthält hilfreiche Phrasen und Abbildungen, die den Dialog im Alltag erleichtern können.
Gerade zu Beginn erschwert fehlende gemeinsame Sprache die Verständigung. Bilder, Begriffe und Formulierungen helfen dabei, erste Gespräche zu ermöglichen, grundlegende Bedürfnisse zu klären und Sicherheit im Kontakt zu schaffen.
Das Vademecum richtet sich an alle, die mit neu angekommenen Menschen arbeiten. Es ist nützlich in Unterkünften, bei Begegnungsangeboten, in Beratungssituationen, in Sprachpatenschaften und in der ehrenamtlichen Begleitung.
Deutsch lernen mit Sprachpatenschaften
3. Handreichung
Sprachbildung findet nicht nur im Kursraum statt, sondern überall dort, wo Menschen miteinander sprechen - etwa beim Einkaufen, bei gemeinsamen Aktivitäten oder in Familien und Einrichtungen. Wer mit geflüchteten Menschen in Kontakt tritt, fungiert schnell als Vorbild.
Die „Sprachtürme“ unterstützen Sprachpatinnen und Sprachpaten dabei, alltagsintegrierte Sprachförderung gezielt zu strukturieren. Sie helfen, Gespräche an konkreten Zielen auszurichten, ohne die Offenheit des Alltags einzuschränken, und ermöglichen so flexibles, spontanes und praxisnahes Lernen.
Das Material richtet sich an Ehrenamtliche, Sprachpatenschaften, pädagogische Fachkräfte sowie an Schulen und Vereine. Es ist besonders nützlich, wenn formale Sprachkurse nicht im Vordergrund stehen und Lernen im persönlichen Alltag stattfinden soll.
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Erste Hilfe, Erstes Deutsch
4. Lehrgangskonzept„Erste Hilfe, Erstes Deutsch“ verfolgt zwei Anliegen: Geflüchtete erwerben Kenntnisse der deutschen Sprache sowie Grundlagenwissen zur Ersten Hilfe. Vermittelt wird sofort anwendbares Wissen mit niedrigen Einstiegshürden, so dass Teilnehmende schnell Sicherheit im Alltag gewinnen.
Dabei wird Erste Hilfe als konkretes Integrationsangebot erlebbar: In praktischen Übungen lernen Teilnehmende relevante Wörter, einfache Sprachregeln und hilfreiche Handgriffe – und erfahren zugleich Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung sowie kulturelle Orientierung.
Für Ausbildende bedeutet das: Die Inhalte sind leicht verständlich aufbereitet, und kulturelle sowie biografische Besonderheiten der Lernenden werden berücksichtigt. Teamarbeit, Flexibilität sowie einfache Verständigungsformen — etwa Bilder, Gesten und kurze Sätze — sind dabei weitere feste Bestandteile unseres didaktischen Konzepts. Didaktisch setzt es auf kurze Einheiten, erzählerische Fallbeispiele und einprägsame Illustrationen.
Ressourcen
An wen richten sich die Materialien?
ZielgruppenUnsere Materialien richten sich an alle Personen, die geflüchtete Menschen haupt- oder ehrenamtlich begleiten. Dazu zählen Mitarbeitende in der Geflüchtetenhilfe, pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte sowie Vereine, Schulen und soziale Träger.
Sie vermitteln kompakt Informationen zu Anmeldung, Unterkunft und Gesundheitsversorgung in Deutschland und sind so eine praktische Stütze im Alltag. Ergänzt wird das Konzept durch Module zur Sprachförderung sowie durch Impulse für Begegnungen zwischen Geflüchteten und der lokalen Bevölkerung.
Wer Workshops plant oder vorhandene Angebote verbessern möchte, findet in den Materialien eine wichtige Ressource. Grundlegende Themen wie Sprache, Erste Hilfe und interkulturelle Kompetenz werden dabei verständlich und handlungsorientiert aufbereitet.
Pädagogik, Sprache und Teilhabe zusammendenken
Alltagsintegrierte SprachbildungSprache ist ein Schlüssel zur Teilhabe. Sie ermöglicht es den geflüchteten Menschen, Fragen zu stellen, ihre Bedürfnisse auszudrücken und Kontakte zu knüpfen, und ist deshalb ein zentraler Aspekt unserer Integrationsarbeit.
Dabei geht es nicht nur um formalen Unterricht; auch alltägliche Begegnungen bieten Chancen für den Erwerb neuer sprachlicher Kompetenzen. Wer einfache Wörter wiederholt, Begriffe erklärt und Situationen gemeinsam analysiert, fördert das Verständnis der deutschen Sprache unmittelbar vor Ort. Diese niedrigschwellige Pädagogik orientiert sich an den realen Lebenslagen geflüchteter Menschen und wirkt nachhaltig.
Unsere pädagogischen Materialien sollen dabei helfen, Lernmomente bewusst wahrzunehmen und mitzugestalten. Dabei liefern sie die notwendige Struktur, verbinden Sprache mit praktischer Orientierung und schaffen konkrete Anlässe für Begegnung.
Einfach. Zugänglich. Praktisch.
Unsere Bildungsangebote für Geflüchtete sind leicht zugänglich und alltagsnah. Menschen, die neu in Deutschland ankommen, haben viele offene Fragen: Wie funktioniert der Alltag? Welche Regeln gelten? Wo finde ich Unterstützung? Wie kann ich mich verständigen und aktiv werden?
Gute Bildungsarbeit beantwortet diese Fragen, indem sie konkretes Wissen vermittelt, die Orientierung im neuen Land stärkt, und die Selbstständigkeit des Einzelnen fördert - unabhängig von Bildungsbiografie, Muttersprache, und Fluchterfahrung.
Wir Johanniter glauben, dass Bildung die Integration erleichtert. Alle Materialien können deshalb kostenlos heruntergeladen und flexibel im Alltag verwendet werden.