Frhr. von Gersdorff

Frhr. von Gersdorff: Gründungsvorsitzender der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Rudolf-Christoph Frhr. von Gersdorff wurde am 27. März 1905 im schlesischen Lüben als zweiter Sohn des Generalmajors Ernst Frhr. von Gersdorff und Christine Gräfin zu Dohna-Schlodien geboren. Er schlug nach dem Abitur die Offizierslaufbahn ein und nahm am Zweiten Weltkrieg als Generalstabsoffizier teil, zuletzt im Rang eines Generalmajors.

Als Mitglied der Widerstandsgruppe um General Henning von Tresckow war von Gersdorff am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt und unternahm selbst einen Attentatsversuch auf Hitler bei einer Heldengedenkfeier im Berliner Zeughaus am 21. März 1943. Dieser scheiterte aber, weil Hitler das Gebäude vorzeitig verließ. Ein Jahr darauf organisierte von Gersdorff Sprengstoff und Zünder für das missglückte Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli. Er konnte der Verfolgung durch die Gestapo entgehen und geriet nach dem Krieg bis 1947 in amerikanische Gefangenschaft. In Kriegsverbrecherprozessen trat er als Zeuge und Sachverständiger auf, bemühte sich jedoch vergeblich um Wiederverwendung in der Bundeswehr.

Von Gersdorff wurde 1951 Ehrenritter und 1953 Rechtsritter des Johanniterordens, der nach dem Verbot im Nationalsozialismus wieder gegründet worden war. 1952 war von Gersdorff einer der Gründer der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., deren Vorsitz und Präsidentschaft er bis 1963 innehatte. In seiner neunjährigen Amtszeit war er maßgeblich am Aufbau der JUH beteiligt und u. a. für die ersten Großeinsätze und die Einführung der Krankenhaushilfsdienste mitverantwortlich. Für seine Verdienste um den Aufbau der JUH ernannte ihn der Johanniterorden 1958 zum Ehrenkommendator.

Seine Erinnerungen schrieb von Gersdorff 1977 in dem Buch "Soldaten im Untergang" nieder. 1979 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. Rudolf-Christoph Frhr. von Gersdorff starb am 27. Januar 1980 in München.