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Welttag der humanitären Hilfe: Unser WASH-Team im Südsudan

Der 19. August ist jedes Jahr den Helferinnen und Helfern gewidmet, die sich mit großem Engagement und oft unter schwierigen Bedingungen in zahlreichen Ländern für Menschen in Not einsetzen. Dabei steigt die Zahl der auf humanitärer Hilfe angewiesenen Menschen immer weiter an - 274 Millionen Menschen im Jahr 2022. Gründe dafür sind vor allem die Kombination aus Konflikten, Kriegen, der Corona-Pandemie Klimawandel und die daraus resultierende gestiegenen Armut.

In diesen krisenreichen Zeiten leisten humanitäre Helferinnen und Helfer übermenschliches, um Menschenleben zu retten. Sie stehen ihnen mit Nahrungsmitteln, Medizin, sauberem Wasser und vielem mehr bei. Deshalb steht der diesjährige Welttag der humanitären Hilfe unter dem Motto #ItTakesAVillage, um Menschen in Krisen zu unterstützen.

Auch wir Johanniter sind weltweit in verschiedensten Krisen tätig, wie beispielsweise im Südsudan:

Die humanitäre Krise im Südsudan

Die Johanniter Auslandshilfe ist nun bereits seit 10 Jahren im Südsudan tätig. Mit 80 Helfer:innen vor Ort und 600 Ehrenamtlichen, die in unsere Projekte involviert sind, konnten wir im vergangenen Jahr fast 600.000 Menschen unterstützten.

Infolge eines Konflikts, der 2016 zwischen den Konfliktparteien in der Republik Südsudan ausbrach, war die Region Pajok Payam im Bezirk Magwi eines der am stärksten betroffenen Gebiete. Viele Menschen wurden während des Konflikts getötet, Eigentum und Lebensgrundlagen zerstört und Tausende von Menschen suchten Zuflucht im benachbarten Uganda, um ihr Leben zu retten.

Oryem Paul, der Dorfvorsteher von Abuloro, gehörte zu denjenigen, die aufgrund der sich verschlechternden Lage in Pajok fliehen mussten. Er war auch der Erste, der im März 2017 nach Abuloro zurückkehrte und mit der Landwirtschaft begann. Damals war seine Familie die einzige im Dorf, aber nach und nach kehrten immer mehr Familien zurück.

„Wir leben hier ohne eine sichere und saubere Trinkwasserquelle“

Derzeit leben 83 Familien mit rund 350 Menschen in Abuloro, und langsam kehren weitere Dorfbewohner aus Uganda zurück. Das Dorf ist von der Landwirtschaft abhängig, kämpft aber mit dem Zugang zu Gesundheitsdiensten und sauberem Wasser zum Trinken und zur Bewässerung der Felder.

Vor allem die Frauen leiden unter dem Wassermangel zum Baden, Kochen und Waschen. Und trotz der tagelangen Arbeit auf den Feldern bei heißem Wetter haben wir nicht einmal zwei Tassen Wasser zum Trinken.
Akello Regina, Bewohnerin von Abuloro

Im Dezember 2021 trafen sich die Johanniter gemeinsam mit den örtlichen Behörden, den Dorfvorstehern und der Bevölkerung von Abuloro, um die Wassersituation und andere Bedürfnisse im Dorf besser zu verstehen.

Brunnenbau durch Johanniter-WASH-Team

Das Wasser-, Sanitär und Hygiene (WASH)-Team der Johanniter erklärte sich in Zusammenarbeit mit den Behörden des Bezirks bereit, einzugreifen, da die Regierung nicht über die nötigen Mittel verfügt, um die Menschen aus eigener Kraft zu unterstützen. Gleichzeitig war bisher kein anderer humanitärer Partner in dem Gebiet tätig. Nach gründlicher Planung wurde erfolgreich eine neue Wasserstelle gebohrt. „Wir sind so froh, dass wir jetzt Wasser zum Trinken haben. Wir sind den Johannitern sehr dankbar, dass sie uns die Handpumpe zur Verfügung gestellt haben“, sagte Regina am Tag der Übergabe des Bohrlochs an die Gemeinde Anfang August 2022. 

Auch der WASH-Direktor des Landkreises lobte die Johanniter für die Unterstützung der Menschen in Abuloro: „Das ist ein Wendepunkt für die Menschen in diesem Dorf. Ich ermutige sie, diese Anlage instand zu halten und ordnungsgemäß zu verwalten.“

Das Bohrloch in Abuloro ist das erste Bohrloch, das die Johanniter in Ost-Äquatoria seit ihrem Start im November 2021 gebohrt haben. Im Rahmen des Projekts werden zwei weitere Brunnen gebohrt, 20 Wasserstellen rehabilitiert und eine Solarpumpe installiert.

Dank der Finanzierung durch die deutsche Regierung haben die Menschen in Abuloro nun Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser in fußläufiger Entfernung zu ihren Häusern und laufen nicht mehr Gefahr, durch verunreinigtes Wasser krank zu werden. Im Rahmen der Nothilfe im südsudanesischen Bundesstaat Ost-Äquatoria leisten die Johanniter auch Aufklärungsarbeit über Hygienepraktiken und verteilen Wasserkanister und Seife an die Menschen in Abuloro und anderen Dörfern in Ost-Äquatoria.