Wirbelstürme in Mittelamerika

Zwei verheerende Hurrikans haben innerhalb von zwei Wochen Mittelamerika getroffen und schwere Zerstörungen verursacht. Die Johanniter helfen mit Nahrungsmitteln.

Wirbelstürme Nicaragua: Johanniter helfen Betroffenen mit Nahrungsmitteln

Berlin, 18. November 2020

Lokaler Partner berichtet von verheerenden Zuständen ++ Viele Regionen von der Außenwelt abgeschnitten ++ Johanniter und Aktion Deutschland Hilft helfen mit Nahrungsmitteln

Die beiden Hurrikans Eta und Iota haben eine Spur der Verwüstung hinterlassen. „Die Menschen haben keinen Strom, keine Lebensmittel und durch zerstörte Brücken und Straßen können wir sie nur schwer erreichen“, berichtet Sandra Weppler, Johanniter-Regionalbüroleiterin für Lateinamerika. Mitarbeitende unserer Partnerorganisation Los Quinchos waren bereits nach dem Hurrikan Eta in die betroffenen Regionen gefahren, um Hilfe zu leisten.

Sie haben ihren LKW mit Lebensmitteln beladen und sind 13 Stunden in die betroffene Region Nicaraguas gefahren. Unsere Partnerorganisation war die erste die nach Hurrikan Eta mit Hilfe kam. Die Menschen schrien nach nach Hilfe und Lebensmitteln.
Sandra Weppler, Johanniter-Regionalbüroleiterin in Lateinamerika
Los Quinchos verteilt erste Nahrungsmittel an Betroffene im Nordosten Nicaraguas

Mit der ersten Hilfslieferung konnten sie 100 Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen. Nun wurde dieselbe Region erneut von Hurrikan Iota getroffen. „500 Familien benötigen hier dringend Unterstützung“, so Sandra Weppler. Das sind zumindest die, die unser Partner bisher erreichen konnte. 

Die Johanniter und Aktion Deutschland Hilft stellen nun 20.000 Euro für die Hilfe der Betroffenen bereit. „Dank der Hilfe können wir weitere Betroffene an der Atlantikküste mit notwendigen Hilfsmitteln versorgen“, freut sich die gebürtige Marburgerin. Viele Regionen sind noch von der Außenwelt abgeschnitten. Das Ausmaß der Schäden wird erst in den kommenden Tagen sichtbar.

Erdrutsche und der Ausbruch von Krankheiten befürchtet

Nach Wirbelsturm Eta stand auch Tage später das Wasser vielerorts noch kniehoch, da der Boden die enormen Regenmengen nicht mehr aufnehmen konnte. Durch Iota wurden tägliche Niederschlagsmengen von bis zu 175 Liter pro Quadratmeter an der Atlantikküste erwartet. Zum Vergleich: 2019 fiel in ganz Deutschland dieselbe Menge während des gesamten Sommers. Am Dienstagabend traten landesweit in Nicaragua Flüsse über die Ufer, auch in der Hauptstadt Managua stand das Wasser in den Straßen.

„Der Boden ist so aufgeweicht, das Erdrutsche als weitere Gefahr für die Menschen und ihr Hab und Gut drohen. Das stehende Wasser führt zudem zu Magen- und Darmerkrankungen“, so Weppler. „In diesem Chaos treten auch die Maßnahmen zum Schutz vor einer COVID-19-Infektion in den Hintergrund. Die überfüllten Notunterkünfte bedingen zusätzlich eine Verbreitung.“ Die Hurrikansaison geht in der Karibik noch bis Dezember. Weitere Stürme sind nicht ausgeschlossen.

Hintergrund

Am Montagabend (Ortszeit) traf Wirbelsturm Iota mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern auf die Küste von Nicaragua. Erst zwei Wochen zuvor hatte Wirbelsturm Eta die gleiche Region getroffen und in Zentralamerika eine Schneise der Verwüstung hinterlassen: Millionen wurden obdachlos, mehr als 200 Menschen starben, viele werden noch immer vermisst.

Enorme Regenmassen sorgten in ganz Nicaragua für schwere Überschwemmungen

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Unsere Hilfe in Lateinamerika

Die Johanniter sind seit 12 Jahren in Lateinamerika aktiv und koordinieren ihre Projekte über ihr Regionalbüro in Ecuador. In Nicaragua unterstützten die Johanniter in den vergangenen Jahren gemeinsam mit ihrem Partner Los Quinchos Straßenkinder aus den Städten Managua, Granada und San Marcos bei der Reintegration.