Ecuador: Abkommen zur nachhaltigen Nutzung von Mangrovenwäldern unterzeichnet

Berlin / Quito, 29. September 2021

Zum Schutz der Mangrovenwälder und deren nachhaltiger Bewirtschaftung führen die Johanniter mit Partnerorganisationen ein länderübergreifendes Projekt an der Pazifikküste Ecuadors und Kolumbiens durch. Es soll die Lebensgrundlagen und Ernährung von Fischerfamilien und Küstengemeinden stabilisieren und gleichzeitig den natürlichen Lebensraum in Zeiten des Klimawandels schützen. Einen wichtigen Erfolg konnten nun Gemeinden in Ecuador erlangen.

Am 1. September 2021 hat das ecuadorianische Umweltministerium mit APESARBIPAR, dem Verband lokaler Fischerinnen und Fischer in der Provinz Esmeraldas, ein Abkommen zur nachhaltigen Bewirtschaftung eines über 400 Hektar großen Mangrovenwaldes geschlossen.

Die Mangrovenwälder sind ein wichtiges, aber sensibles Ökosystem an der Pazifikküste Ecuadors. Ihr Bestand ist vielerorts durch die Produktion von Krabben und durch den Klimawandel bedroht. Der Mangrovenwald beheimatet eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen, schützt das Küstengebiet vor dem Ansteigen des Meeresspiegels und stellt die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Fischerdörfern dar.

Unterstützung bei Verarbeitung und Vermarktung

Direktorium von APESARBIPAR, Vertretende des Umweltministeriums, die stellvertretenden Bürgermeisterin von San Lorenzo, sowie Expertinnen und Experten des von der JUH geförderten Projekts nach der Unterzeichnung des Abkommens.

APESARBIPAR ist Teil eines Netzwerkes von kleinen Fischerorganisationen, mit dem die Johanniter seit Ende 2020 zusammenarbeitet. Zusammen mit unseren lokalen Partnerorganisationen Heifer in Ecuador und A-kasa in Kolumbien leisten wir einen Beitrag zum Schutz der Mangrovenwälder an der Pazifikküste und unterstützen gleichzeitig die Verbesserung der Ernährungssicherheit der Menschen in der Küstenregion.

Das nun unterzeichnete Abkommen ist dafür ein wichtiger Schritt. Es sichert den Familien einen exklusiven Zugang zum Mangrovenwald und verpflichtet sie, die Biodiversität zu schützen. Im Rahmen einer nachhaltigen Nutzung verpflichten sie sich, die Normen und die Schonzeit zu beachten, um den Bestand nicht zu gefährden.

„Das Abkommen macht nun den Weg frei, um die Ernährungssicherheit von 48 Familien konkret zu verbessern und die Abholzung weiterer Mangrovenwälder zu verhindern. Die Verpflichtung zur nachhaltigen Nutzung war eine Grundvoraussetzung“, erläutert Sandra Weppler, Landesbüroleiterin der Johanniter. „Im nächsten Schritt werden wir die Familien darin unterstützen, ihre Produkte weiterzuverarbeiten und zu vermarkten, um für sie ein besseres Einkommen zu erreichen.“ Das unterzeichnete Abkommen ist der Auftakt für zukünftige Verträge mit anderen Fischereiorganisationen.

Kolumbien: Einzigartiges Ökosystem gefährdet

In Kolumbien unterstützt unsere lokale Partnerorganisation A-kasa die Menschen an der Pazifikküste bei der nachhaltigen Sicherung ihres Lebensunterhalts, der eng mit dem Zustand der Mangrovenwälder und deren Öksystem verknüpft ist.

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