Mosambik: Akute Wasserknappheit begünstigt Krankheiten

Berlin, 12. Januar 2022

Mehr als 735.000 Menschen sind seit 2017 im Norden Mosambiks auf der Flucht, nachdem die Gewalt in der Provinz Cabo Delgado eskaliert war. Im Vertriebenencamp Marcuni in Montepuez leben fast 3000 Familien. Dort verteilten die Johanniter mit ihrem lokalen Partner Wiwanana im Dezember Hilfsgüter, um die Menschen auf die bevorstehende Regenzeit vorzubereiten. Aufgrund viel zu weniger Wasserquellen in dem Camp befürchtet Johanniter-Mitarbeiterin Sophia Buller erneute Cholera-Ausbrüche.

Genito Antonio Buanculo vertritt mehr als 8500 Menschen im Vertriebenencamp Marcuni in Montepuez. Der großgewachsene 32-jährige Mann war selbst erst vergangenes Jahr mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn geflohen, kurz bevor bewaffnete Gruppen die Stadt Palma eroberten, in der er für ein Erdölunternehmen arbeitete. Er ist besorgt wegen der Situation im Camp. Der Eindruck, dass die Armee die Kontrolle in der Region zurückerobert habe, sei trügerisch. Dennoch kehren Vertriebene Marcuni den Rücken zu. „Es ist der Mangel an Nahrungsmitteln und die Cholera-Ausbrüche, welche die Menschen veranlassen, das Camp zu verlassen“, meint Buanculo.

Verteilung von Hilfsgütern vor der Regenzeit

Einfache Hütten formen das Camp, die Wind und Regen kaum standhalten. Dabei steht die Regenzeit kurz bevor. Mitte Dezember haben deshalb die Johanniter gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Wiwanana dringend benötigte Hilfsgüter an 600 Familien in Marcuni verteilt, um den hohen Bedarf zu decken. Jede Familie erhielt zwei Moskitonetze, Waschpulver, Seife, Kleidung und Wassereimer. Plastikplanen und Befestigungsmaterialien, die über die Shelter-Koordinierung in der Region bereitgestellt wurden, dienen zum Schutz der Hütten vor dem kommenden Regen. Die Hilfsorganisation CARE versorgte parallel weitere Familien im Lager bei der gemeinsam geplanten Maßnahme.

Wassermangel: Nur zwei Brunnen für fast 3000 Familien

Trotz der Verteilungen bleiben die Wasser- und Sanitärsituation, sowie die Gesundheitsversorgung in Cabo Delgado ein großes Problem. Immer wieder kommt es zu Ausbrüchen von Malaria, Thyphus und Cholera, die vor allem das Leben von Kleinkindern gefährden. „Für ein Camp dieser Größenordnung sollten nach nationalem Standard mindestens 18 Brunnen zur Verfügung stehen. Marcuni hat zwei“, sagt Sophia Buller, die vor Ort die Aktivitäten der Johanniter koordiniert. Das führe zu einer akuten Wasserknappheit, die die Bewohner des Camps dazu zwingt, offene und unsichere Wasserquellen zu nutzen. Marcuni sei damit keine Ausnahme. „Diese Wasserknappheit ist ein Problem in nahezu allen Distrikten. Sie führt alljährlich zu Durchfallerkrankungen und Choleraausbrüchen. Deswegen werden wir in den kommenden Wochen und Monaten unsere Arbeit hier vor Ort ausbauen, um den Zugang zu Wasser und zu einer angemesseneren Gesundheitsversorgung für Binnenvertriebene, Rückkehrer und Aufnahmegemeinden zu verbessern“, so Buller.

Hintergrund

Die Provinz Cabo Delgado gehört zu den ärmsten und vernachlässigten Regionen des Landes. Die Konflikte durch die islamistischen Gruppierungen führten zu einer Vergrößerung der Armut und einer enormen Vertreibungswelle. Laut den Vereinten Nationen ist die Ernährung für 900.000 Menschen in der gesamten Region nicht gesichert. Rund 75.000 Kinder sind akut unterernährt. Die Johanniter-Auslandshilfe ist seit dem verheerenden Wirbelsturm Idai 2019 in Mosambik aktiv. In den besonders betroffenen Provinzen Sofala, Chimoio und Beira bauten sie mit Partnern die Landwirtschaft in betroffenen Gemeinden wieder auf und stabilisierten die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen.

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