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Update zum Erdbeben in Afghanistan

Berlin / Kabul, 01. Juli 2022

Nach dem Erdbeben leisten die Johanniter weiterhin medizinische Hilfe im besonders schwer betroffenen Distrikt Spera, in der Provinz Khost. Zudem werden in der kommenden Woche dringend benötigte Hilfsgüter verteilt.

„Die Menschen schlafen jetzt unter freiem Himmel auf dem kargen Boden“, berichtet Naeem Shah, Länderbüroleiter der Johanniter in Afghanistan. Er kommt gerade von einer Erkundungsreise aus dem Distrikt Spera zurück. Dutzende Dörfer sind hier zerstört. „Fast alle Häuser in den Dörfern, in denen ich war, haben irreparable Schäden.“ Die Dörfer, die hoch in den Bergen liegen und nur über Schotterpisten erreichbar sind, bewohnen teilweise bis zu 500 Familien. Zugang zu Wasser, Nahrungsmitteln und Gesundheitsheitsdiensten sind nur mit langen Fußmärschen erreichbar. „Die Menschen haben sich vor dem Erdbeben vor allem von ihren Kühen, Ziegen und Hühnern ernährt. Da es aber vor dem Erdbeben tagelang geregnet hatte, haben die Familien ihr Vieh mit in die Häuser genommen“, so Shah weiter. „Dutzende der Tiere wurden unter den Trümmern begraben.“

Medizinische Teams in den Dörfern

Die Johanniter sind schon seit Jahren in Khost tätig und leisten medizinische Hilfe für die dort lebenden pakistanischen Flüchtlinge sowie die umgebenden Dörfer. Auch in Spera waren die Johanniter und ihr Partner HADAAF bereits vor dem Erdbeben tätig. Deshalb konnte auch direkt nach dem Erdbeben die Hilfe fortgesetzt und die Verletzten versorgt werden.

Um sich noch mehr auf die Hilfe in Spera konzentrieren, haben die Johanniter nun zwei neue medizinische Teams zusammengestellt, die nur in der fünf Autostunden von Khost-City entfernten Region die Versorgung sicherzustellen. Die bereits bestehenden Teams konzentrieren sich auf die anderen Distrikte.

Verteilung von Reparaturkits und Haushaltsgegenständen

Parallel haben die Johanniter mit der Beschaffung von Hilfsgütern für die Familien in Spera gestartet. Bereits in der kommenden Woche werden diese verteilt. „Vor allem Planen und Werkzeuge für die Reparatur der Häuser, aber auch Kochgeschirr, Decken und Unterlagen zum Schlafen werden benötigt“, berichtet Shah weiter. 500 Familien erhalten so erst einmal wieder ein Dach über dem Kopf. Auch besprechen die Johanniter gemeinsam mit den Dorfvorstehern, wie sie die Menschen schnell mit neuen Einkommensquellen unterstützen können. „Entweder wir kaufen ihnen neue Kühe und Ziegen oder wir schauen nach anderen Einkommensquellen. Diese Entscheidung treffen wir gemeinsam mit den Gemeinden, um sie bedarfsgerecht mit dem zu unterstützen, was ihnen jetzt am schnellsten hilft.“

Alle Maßnahmen der Erdbebenhilfe werden vom Auswärtigen Amt gefördert.

Hintergrund:

Am 21.6. erschütterte ein schweres Erdbeben die östlichen Provinzen Afghanistans. Über 1150 Menschen starben, Tausende wurden verletzt. Dutzende Dörfer wurden komplett zerstört, zehntausende Menschen über Nacht obdachlos.

Die Johanniter und „Aktion Deutschland Hilft“ rufen zu Spenden für die Betroffenen des Erdbebens auf:

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Stichwort: „Afghanistan“

IBAN: DE94 3702 0500 0433 0433 00 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Aktion Deutschland Hilft

Stichwort: „Afghanistan“

IBAN: DE62 3702 050000001020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

Hinweis an Redaktionen:

Johanniter-Programmleiter Louis Marijnissen ist Niederländer und spricht deutsch. Er ist ab dem Wochenende wieder im Erdbebengebiet und steht dort für Interviews zur Verfügung.

Pressekontakt:

Sandra Lorenz, Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

Tel.: 0172 / 563 87 40, sandra.lorenz@johanniter.de

Updates regelmäßig auf Twitter @JohanniterInt

 

Die Johanniter in Afghanistan

Die Johanniter arbeiten seit fast 20 Jahren in Afghanistan. Erfahren Sie hier mehr über unsere Hilfe vor Ort.

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