Gute Ernährung ebnet Grundlage für gesunde Kinder

Berlin / Phnom Penh, 20. Januar 2020

Wenn Frauen im gebärfähigen Alter die sogenannte Mindestvielfalt bei der Ernährung nicht erreichen, kann das verheerende Folgen für die Entwicklung von Kindern während und nach der Schwangerschaft haben. Daher verbessern die Johanniter zusammen mit ihrer lokalen Partnerorganisation Khmer Community Development (KCD) die Ernährung in ländlichen Gemeinden.

Ein geringer Mindestvielfalts-Wert bei Frauen im gebärfähigen Alter sowie bei schwangeren und stillenden Frauen erhöht das Risiko von Fehl- und Frühgeburten, sowie von Geburten mit geringem Gewicht. Der Mangel kann auch zu langfristigen Gesundheitsproblemen führen. In mehreren Distrikten der Kandal-Provinz in Kambodscha stellten wir und unsere Partnerorganisation Khmer Community Development (KCD) fest, dass nur jede vierte Frau diesen Wert erreicht. Unzureichende Hygienepraktiken verschlimmerten die Situation.

Frauen arbeiten im Garten
Bei praxisorientierten Schulungen im Garten lernen die Teilnehmenden unter anderem die Bedeutung von Mikroorganismen für einen guten Boden.

Um das zu ändern, haben wir 85 Ehrenamtliche ausgebildet, die die Frauen in den Zielgemeinden aufklären. Sie vermitteln zum Beispiel Ernährungsregeln im Umgang mit Kleinkindern, die vor allem in den ersten 1000 Tagen immens wichtig sind, oder geben Wissen im Bereich Hygiene weiter. „Über Jahrzehnte bestehende Verhaltensweisen zu verändern, ist ein langsamer Prozess“, sagt Nicole Kockmann, Projektkoordinatorin der Johanniter. Wichtig sei deshalb, dass Menschen aus den Gemeinden neue Methoden aufgreifen und als Vorbilder weitergeben. Neues Wissen bleibt so nicht abstrakt, sondern wird in den Familien angewandt.

Cheng Soveth ist eine dieser Schlüsselpersonen. "Durch die Teilnahme an den verschiedenen Trainings und den Aufbau von Kapazitäten, die vom KCD angeboten werden, habe ich viel gelernt", sagt Cheng. Jetzt besucht sie die einzelnen Haushalte im Dorf Prek Chrey, um sie über Ernährung zu schulen oder Techniken wie Kompostdünger für den Hausgarten zu vermitteln.

Je mehr ich mich engagiere, desto mehr lerne ich.
Cheng Soveth

Cheng Soveth baut in ihrem eigenen Garten verschiedene Gemüsesorten wie Pilze, Salat, Gurken, Blumenkohl und Kürbis an. Dieser Garten hilft, ihre Familie zu ernähren und die Kosten zu reduzieren. "Mein Mann und die ganze Familie sind für Ernährung und Hygiene sensibilisiert", sagt sie. Die Erkenntnisse teilt sie mit ihrer Gemeinde. Sie ist ein wichtiger Bestandteil, um die Gesamtsituation für mehr als 8.600 Menschen zu verbessern.

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