Im Notfall
Wir Johanniter gestalten die Notfallversorgung der Zukunft aktiv mit. Mit erfahrenen Einsatzkräften, modernen Technologien und fachlicher Expertise sichern wir schnelle Hilfe in lebensbedrohlichen Situationen. Neben dem Rettungsdienst an Land gewährleistet die Offshore Rettung auch unter anspruchsvollen Bedingungen auf See eine zuverlässige medizinische Versorgung.
Die Notfallversorgung im Wandel
Unser hochqualifiziertes medizinisches Personal versorgt Menschen in lebensbedrohlichen Notlagen. Mit der geplanten Reform der Notfallversorgung gehen Chancen einher, die wir zum Wohle der Patientinnen und Patienten nutzen wollen – für einen leistungsstarken Rettungsdienst mit hoher Versorgungsqualität. Das Jahr 2025 stand im Zeichen eines politischen Neustarts: Die von der neuen Bundesregierung angestoßene Reform der Notfallversorgung begleiten die Johanniter als starker Partner der kommunalen Daseinsvorsorge aktiv. Wir bringen unsere fachliche Expertise und jahrzehntelange praktische Erfahrung in die politischen Prozesse ein. Denn für uns steht die Versorgung von Menschen in Not im Mittelpunkt.
Zahlen und Fakten
Die Reform bietet die Chance, die Notfallversorgung in Deutschland modern und zukunftsfähig aufzustellen. Dafür muss die Finanzierung der Strukturen auch in Zukunft verlässlich gesichert sein, um einen leistungsstarken Rettungsdienst zu gewährleisten.
Eine Fachbereichsleiterin im Rettungsdienst
Zwischen Verantwortung und Einsatz
Der Rettungsdienst war lange eine Männerdomäne. Doch in den vergangenen Jahren hat sich ein deutlicher Wandel vollzogen: Immer mehr Frauen begeistern sich für das Retten im Haupt- und Ehrenamt. Notfallsanitäterin Alena Kloberdanz entschied sich bewusst für diesen Weg – und gegen ein Medizinstudium.
In den Rettungsdienst kam sie eher zufällig: Nach der Schule wollte sie ursprünglich die Wartezeit auf einen Medizinstudienplatz überbrücken. Parallel zu ihrem ehrenamtlichen Engagement bei den Johannitern im Ortsverband Ahlhorn finanzierte sie ihre Ausbildung selbst und qualifizierte sich über mehrere Stationen bis zur Notfallsanitäterin.
Heute ist sie mit 35 Jahren Fachbereichsleiterin Rettungsdienst bei den Johannitern im Ortsverband Ahlhorn und verantwortet zwei Rettungswachen. Ihre Entscheidung hat sie nie bereut: „Die Arbeit im Rettungsdienst ist wahnsinnig schön – trotz aller Belastung.“
Bessere Versorgung durch vielfältige Teams
Der Rettungsdienst hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Gemischte Teams sind heute selbstverständlich – und aus Sicht von Kloberdanz ein klarer Gewinn. Unterschiedliche Perspektiven tragen dazu bei, die Patientenversorgung ganzheitlicher zu gestalten.
Zudem zeigt die Praxis, dass sich insbesondere jüngere Patientinnen häufig wohler fühlen, wenn sie von weiblichen Einsatzkräften betreut werden. Gleichzeitig unterstützt ein vielfältig aufgestelltes Team – gerade in einem Umfeld mit unterschiedlichen Nationalitäten – eine erfolgreiche Kommunikation im Einsatzgeschehen.
Führung aus Überzeugung
2016 entschied sich Kloberdanz bewusst gegen ein Medizinstudium und für eine Führungsaufgabe im Rettungsdienst. Zunächst übernahm sie die Leitung der Rettungswache in Ahlhorn und sammelte dort Führungserfahrung.
Seit 2023 ist sie Fachbereichsleiterin für die Rettungswachen in Ahlhorn und Hude und trägt Verantwortung für Personal, Organisation und die Weiterentwicklung medizinischer Standards. Auch in dieser Funktion bleibt sie dem Einsatzdienst verbunden und fährt regelmäßig im Rettungswagen mit.
Technik statt Kraft – und ein starkes Team
Moderne technische Hilfsmittel haben die Anforderungen im Rettungsdienst spürbar verändert. Neben einer guten körperlichen Grundfitness stehen heute vor allem der sichere Umgang mit Technik und eine funktionierende Teamarbeit im Vordergrund.
Leidenschaft für den Rettungsdienst bei den Johannitern
Was Kloberdanz bis heute motiviert, ist die besondere Dynamik ihres Berufs. Die Fähigkeit, in kürzester Zeit Verantwortung zu übernehmen und Menschen in Ausnahmesituationen zu helfen. Für sie steht fest: Wer sich mit Engagement einbringt, findet im Rettungsdienst eine erfüllende Aufgabe.
Rettungsdienst auf hoher See
Offshore Rettung
Der Rettungsdienst der Johanniter ist nicht nur an Land im Einsatz. Auch auf hoher See versorgen speziell ausgebildete Notfallsanitäterinnen und -sanitäter Kranke und Verletzte. Seit über zehn Jahren kümmert sich die Offshore Rettung um die Sicherheit in der Nord- und Ostsee – ob auf Plattformen, Schiffen, Rettungshubschraubern oder in der Leitstelle.
Sturm, meterhohe Wellen und abgelegene Einsatzorte – auf dem offenen Meer können selbst kleine medizinische Zwischenfälle zu großen Herausforderungen werden. Die Johanniter Offshore Rettung ist auf diese extremen Bedingungen eingestellt.
Rund 70 erfahrene Notfallsanitäterinnen und -sanitäter arbeiten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr auf Plattformen und Schiffen in den Windparks, als Besatzung von drei Offshore-Rettungshubschraubern und in der Notfall-Leitstelle Offshore Windparks (NOW). Allein im Jahr 2025 hat das Team 1.667 Behandlungen durchgeführt, seit der Gründung 2013 sind es schon über 10.000.
Was bedeutet „Offshore“?
Offshore Rettung bezeichnet die medizinische Versorgung auf See, abgeschnitten von gewohnter medizinischer Infrastruktur. Je nach Einsatzort kommen zu widrigen Witterungsbedingungen und Seegang noch Gefahren wie Arbeiten in großen Höhen oder inmitten stromerzeugender Anlagen hinzu.
Mitarbeitende der Offshore Rettung, die auf Plattformen oder Schiffen eingesetzt sind, arbeiten vor Ort eigenverantwortlich. Unterstützung kommt nach bis zu einer Stunde Flugzeit durch die Offshore-Rettungshubschrauber des Partners Northern Helicopters. Gemeinsam wird neben der medizinischen Versorgung auch die Rettung aus Höhen und Tiefen sichergestellt. Koordiniert werden die Einsätze von der Notfall-Leitstelle NOW, die ebenfalls rund um die Uhr einsatzbereit ist.
Rettung aus der Luft oder an Bord
Im Bedarfsfall evakuieren Offshore-Rettungshubschrauber Patientinnen und Patienten. Zusätzlich können durch die Notfall-Leitstelle Schiffe alarmiert und als Transportkomponente mit Fahrtzeiten über mehrere Stunden genutzt werden. Ist auch das nicht möglich, werden Patientinnen und Patienten auf See behandelt, bis das Wetter besser ist.
Innovative Lösungen für die schnelle Hilfe
Um das medizinische Fachpersonal an abgelegenen Orten zu unterstützen, setzen die Johanniter schon seit vielen Jahren auch Telemedizin ein. Innovative telemedizinische Lösungen erleichtern zum Beispiel die Untersuchung von Augen und Ohren oder die Beurteilung von Symptomen mit Hilfe von Ultraschall. Dazu werden die Mitarbeitenden der Offshore Rettung regelmäßig am Campus Elsfleth der Johanniter-Akademie geschult.
Eine gute Ausbildung und Teamspirit
Die exzellente Ausbildung der Retter kommt nicht nur den Patientinnen und Patienten zugute, sie ist zugleich unverzichtbar für die Sicherheit im Einsatz. Denn die Bedingungen auf See sind auch für die Retter ein Risiko. „Wir sind froh, dass wir mit unserer Johanniter-Akademie und der eigenen Notfallsanitäter-Schule unser Fachpersonal selbst aus- und fortbilden“, sagt Wilfried Barysch, Vorstandsmitglied des JUH-Regionalverbandes Weser-Ems. Neben der Ausbildung sind aber auch Erfahrung und ein guter Zusammenhalt wichtig. Damit im Notfall jeder Handgriff sitzt, absolvieren die Mitarbeitenden der Offshore Rettung regelmäßig gemeinsame Übungen und Trainings.
Verstärke unser Team!
Johanniter Offshore RettungDie Johanniter suchen laufend engagierte Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, die bereit sind, Verantwortung auf hoher See zu übernehmen. Weitere Informationen unter https://johanniter-offshore.de/de
Häufig gestellte Fragen
Menschen stärken. Ein Leben lang.
Weitere Themen entdecken2025 hat gezeigt, wie wichtig verlässliche Hilfe und Zusammenhalt sind. Blicken Sie mit uns auf ein Jahr zurück, in dem wir Johanniter unsere Arbeit fortgeführt und neue Impulse geschaffen haben.
Sicherheit beginnt mit Vorbereitung
Fokusthema Resilienz
Mit neuen Konzepten für den Bevölkerungsschutz stärken wir Johanniter die Resilienz unserer Gesellschaft und bereiten Menschen darauf vor, in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben.