Südsudan: Impfkampagne nach Masernausbruch

Berlin / Juba , 25. Juni 2019

Die landesweite Rate bei Routineimpfungen ist im Südsudan niedrig, viele Menschen sind dadurch anfällig gegen Infektionskrankheiten. Die Folge: Seit Anfang 2019 wurden in verschiedenen Landesteilen elf Ausbrüche von Masern gemeldet, im Mai nun auch in der Stadt Wau.Die Johanniter versorgen betroffene Kinder.

PoC in Wau: Große Menschengruppen, die auf einer kleinen Fläche leben, sind anfällig für Ausbrüche von Infektionskrankheiten. ©Johanniter/Lambert Coleman

Der jüngste Zustrom von Binnenvertriebenen, die vor der Gewalt zwischen verfeindeten Gruppen im Bezirk Jur River County geflohen waren, brachte eine große Gruppe von ungeimpften Menschen in der Stadt Wau zusammen. Solch eine Situation begünstigt die Verbreitung von Infektionskrankheiten, und ein Masernausbruch war im Mai die Folge. Die Johanniter nahmen als Teil eines Konsortiums aus acht internationalen Organisationen und dem Gesundheitsministerium an einer groß angelegten Impfkampagne teil, die in der ersten Juniwoche in Wau durchgeführt wurde.

23.018 Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren wurden im Protection of Civilians Site (PoC) und den umliegenden Wohngebieten geimpft. Die Impfung ist ein erster und entscheidender Schritt, um die Epidemie einzudämmen und die weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Die Impfung kann jedoch nicht verhindern, dass mehr Kinder krank werden, da der Impfstoff zehn Tage bis zwei Wochen benötigt, um seine volle Schutzwirkung zu entfalten. Deshalb blieb der Bedarf an Patientenversorgung über den Monat Juni bestehen.

Zuverlässiger Partner im Bereich Gesundheit

Im Ernährungsstabilisierungszentrum der Johanniter in Wau wurden zusätzliche Zelte als Masernisolierstation aufgestellt. ©Johanniter/Lambert Coleman

Auf Wunsch der Gesundheitsstellen in Wau leiteten die Johanniter das Masernfall-Management. Die Behandlung von erkrankten Personen erfordert aufgrund ihres hochinfektiösen Charakters eine getrennte Isolierstation und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Kinder mit einem bereits geschwächten Immunsystem, z.B. durch Mangel- oder Unterernährung, sind besonders stark durch Masern in Lebensgefahr. Das nationale Gesundheitsministerium und andere Partner unterstützten deshalb eine Erweiterung unseres bestehenden Stabilisierungszentrums, dessen Betrieb vor allem über finanzielle Mittel des Auswärtigen Amtes sichergestellt wird. Eine 19-Betten-Isolationsstation wurde eingerichtet und ausgestattet. Parallel stellen Gesundheitsaufklärung und die aktive Suche nach Krankheitsfällen im PoC und den umliegenden Gemeinden sicher, dass infizierte Personen mit Masern den Weg in die Johanniter-Einrichtung finden.

Zehn Tage nach der Eröffnung hatte das Team 27 Masernfälle aufgenommen und blieb für weitere Fälle vorbereitet. Die koordinierte Reaktion auf eine drohende Gesundheitsnotsituation ist ein Indikator für eine funktionierende humanitäre Gemeinschaft in Wau, wobei das Team der südsudanesischen Johanniter als unverzichtbarer und zuverlässiger Partner im Gesundheitswesen gilt.

Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz - Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin