Inklusion und Unterstützung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Menschen mit Behinderung oder speziellen Bedürfnissen fallen in Notsituationen oft durchs Raster. Die Johanniter und ACORD verschaffen ihnen in einem Projekt mehr Gehör und Aufmerksamkeit. ©Johanniter/ A. Boehringer

Die Bevölkerung in der Flüchtlingssiedlung Kyangwali, die an der Grenze zur DR Kongo liegt, hat sich seit Ausbruch von Kämpfen in der kongolesichen Provinz Ituri auf 86.000 Personen verdreifacht. Aufgrund der vielen Neuankömmlinge sind die formellen und sozialen Strukturen zur Unterstützung besonders vulnerabler Flüchtlinge unzureichend. Menschen mit Behinderungen oder Kinder, die ohne Obhut eines Erwachsenen einen Haushalt führen, sind oft nicht in der Lage, existierende Hilfeleistungen in Anspruch zu nehmen. Soziale Netzwerke wie Gemeindevertreter oder Nachbarschaftshilfen sind noch nicht vorhanden.

Gemeinsam mit der Partnerorganisation ACORD unterstützen die Johanniter vor Ort besonders vulnerable Flüchtlinge, damit jeder Flüchtling seine Grundbedürfnisse sichern kann. Als besonders vulnerabel gelten Menschen mit Behinderung, ältere Menschen, Menschen mit HIV-Infektion sowie Kinder in Risikosituationen. Das sind vor allem minderjährige Mütter sowie alleinlebende Minderjährige. Die Johanniter unterstützen sie durch die Einrichtung von Selbsthilfegruppen, die sich regelmäßig treffen, um sich über Herausforderungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

Gleichzeitig wird das Selbstbewußtsein der Mitglieder in den Klubs gestärkt. Während der Treffen werden Schulungen zu den Themen gute Ernährung, gute Hygiene und Gesundheit durchgeführt. Die gesammelten Anliegen der betroffenen Personen werden an andere zuständige Hilfsorganisationen mit dem Ziel weitergetragen, mehr Inklusion in allen Hilfeleistungen zu erreichen. So werben die Johanniter beispielsweise dafür, Latrinen behindertengerecht zu bauen oder Menschen mit Gehbeschwerden zur nächsten Krankenstation zu transportieren.

Wir wollen sicherstellen, dass jeder Flüchtling Zugang zu den humanitären Hilfeleistungen hat. Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag, um Personen dieses Recht zuzusichern, die bisher nicht ausreichend in den Hilfsprogrammen berücksichtigt wurden“, so ein Vertreter von UNHCR.

Aufgrund der hohen Zahl der Neuankömmlinge sind viele humanitäre Programme nicht auf die spezifischen Bedürfnisse von besonders vulnerablen Personen ausgerichtet. Die Betroffenen haben oft keinen Zugang zu ausreichender Hygiene und Sanitäranlagen aufgrund einer Behinderung. Zusätzlich haben sie spezielle Bedürfnisse im Bereich Ernährung, mangelnde Kenntnisse und Fähigkeiten in Gesundheitsthemen. Sie erleben vielfach Stigmatisierung und sind schlecht über ihre Rechte aufgeklärt. In Zusammenarbeit mit lokalen Theatergruppen versucht das Projekt deshalb, Stigmatisierung von HIV-Infektionen oder Behinderungen abzubauen.

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