Blutwertkontrollen und ihre Bedeutung
Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Einblick über mögliche Veränderungen Ihrer Blutwerte geben, die durch Ihre Erkrankung selbst oder im Rahmen einer onkologischen Therapie auftreten können.
Welche Werte bei Ihnen im Einzelnen betroffen sein können, hängt stark von Ihrer genauen Erkrankung und der jeweiligen Behandlung ab. Diese Aspekte werden im ärztlichen Aufklärungsgespräch vor Therapiebeginn mit Ihnen besprochen.
Ergänzend können Sie sich gerne die von uns bereitgestellten Informationen zu den verschiedenen Erkrankungsbildern und Therapieformenansehen.
Wichtige allgemeine Hinweise zur Interpretation von Blutwerten
Blutwerte geben Hinweise auf Veränderungen oder Auffälligkeiten im Körper und helfen dabei, die Funktion verschiedener Organe und Organsysteme zu beurteilen. Wie bedeutsam ein auffälliger Wert tatsächlich ist und ob sich daraus ein Behandlungsbedarf ergibt, hängt jedoch meist nicht allein vom Blutwert ab, sondern auch davon, ob Beschwerden vorliegen oder weitere Untersuchungen Auffälligkeiten zeigen.
So kann ein Blutwert erhöht oder erniedrigt sein, ohne dass daraus medizinische Konsequenzen entstehen. In solchen Fällen werden die Werte häufig zunächst im Verlauf kontrolliert und gemeinsam mit Ihrem Befinden beurteilt. Ein einzelner auffälliger Blutwert bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt oder eine Behandlung notwendig ist. Oft liefert erst der Verlauf mehrerer Blutuntersuchungen wichtige Hinweise.
Bitte beachten Sie außerdem, dass Blutwerte je nach Labor in unterschiedlichen Einheiten und teilweise auch mit unterschiedlichen Referenzbereichen (dem als normal geltenden Wertebereich) angegeben werden können. Wenn Blutuntersuchungen bei verschiedenen Ärzt:innen oder in unterschiedlichen Laboren durchgeführt werden, kann es daher vorkommen, dass Werte nicht direkt miteinander vergleichbar sind.
Ein Beispiel ist der Entzündungswert CRP: Dieser kann je nach Labor entweder in der Einheit mg/dl oder mg/l angegeben werden. Ein Wert von 1,0 mg/dl entspricht dabei 10 mg/l – die Zahlen unterscheiden sich also, obwohl derselbe Messwert gemeint ist.
Für die richtige Einordnung ist es daher wichtig, Blutwerte immer im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden, dem Krankheitsbild, dem zeitlichen Verlauf sowie den jeweils angegebenen Einheiten und Referenzbereichen zu betrachten. Auch Werte außerhalb des Referenzbereichs bedeuten nicht automatisch, dass eine Behandlung notwendig ist. Sollten dabei Unklarheiten entstehen oder Sie Fragen zu Ihren Befunden haben, erklärt Ihnen Ihr Behandlungsteam die Ergebnisse gerne.
Blutbildveränderungen
Einige Krebserkrankungen oder Medikamente, die in der Krebstherapie eingesetzt werden, können das Knochenmark beeinflussen, in dem neue Blutzellen gebildet werden.
Dabei spielen drei Arten von Blutzellen eine besonders wichtige Rolle:
- Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Sie sind wichtig für die Abwehr von Infektionen.
- Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Sie transportieren Sauerstoff im Körper.
- Blutplättchen (Thrombozyten): Sie sorgen dafür, dass Blutungen gestoppt werden, zum Beispiel nach Verletzungen.
Durch die Therapie kann es zu einem Mangel dieser Blutzellen kommen. Je nachdem, welche Blutzellen betroffen sind, spricht man von folgenden Blutbildveränderungen:
- Neutropenie: Mangel an neutrophilen Granulozyten, einer Unterform der weißen Blutkörperchen, die besonders wichtig für die Infektabwehr sind
- Anämie: Mangel an roten Blutkörperchen bzw. dem darin enthaltenen roten Blutfarbstoff Hämoglobin
- Thrombozytopenie: Mangel an Blutplättchen
Im Folgenden erfahren Sie mehr über diese Blutbildveränderungen und worauf dabei zu achten ist.
Andere Blutwertveränderungen
Neben dem Blutbild können zahlreiche weitere Blutwerte bestimmt werden. Diese liefern unter anderem wichtige Hinweise auf:
- das Vorliegen oder den Verlauf von Infektionen und Entzündungen
- die Funktion einzelner Organe (z. B. Niere oder Leber)
- den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt (z. B. Blutzucker oder Schilddrüsenfunktion)
- den Verlauf Ihrer Erkrankung (z. B. Tumormarker)
Veränderungen dieser Werte können sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch die Behandlung entstehen und helfen Ihrem Behandlungsteam, Ihre Therapie zu überwachen und bei Bedarf anzupassen.
Im Folgenden finden Sie zu den wichtigsten Bereichen weiterführende Informationen: