Für Senioren
Selbstbestimmung und Teilhabe stehen im Mittelpunkt unserer Angebote für Seniorinnen und Senioren. Durch individuelle Pflege, persönliche Alltagsbegleitung und digitale Lösungen wie den Hausnotruf erhalten ältere Menschen Unterstützung und Sicherheit. Beispiele aus der Mobilitätshilfe und dem Hausnotruf zeigen, wie die Johanniter ein selbstständiges Leben im Alter stärken.
Digital versiert, menschlich kompetent
Unser AnspruchTrotz der schwierigen Rahmenbedingungen in der Pflege bleibt der Anspruch der Johanniter bestehen: Menschen kompetent, individuell, respektvoll und zuverlässig zu versorgen und sie im Pflegealltag zu unterstützen. Unsere Mitarbeitenden leisten dies täglich in unseren ambulanten Pflegediensten, Wohngruppen und Tagespflegen. Wir treiben die digitale Transformation in der Pflege praxisorientiert voran: Mithilfe der App .snap Home können Klienten und Angehörige zeitsparend und effektiv mit dem Pflegedienst kommunizieren und Dokumente bequem von zu Hause aus digital unterschreiben. Auch die elektronische Abrechnung vereinfacht Verwaltungsprozesse, reduziert Fehlerquellen und schafft mehr Zeit für die Pflege selbst. Damit schaffen wir zudem wirtschaftliche Stabilität, was die Johanniter in Verbindung mit digitaler Innovation und sozialer Verantwortung zu einem verlässlichen Partner und attraktiven Arbeitgeber in der Pflege macht.
Zahlen und Fakten
Uns ist beides wichtig: eine qualitativ hochwertige Pflege, die auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist, ebenso wie attraktive Arbeitsbedingungen für die Menschen, die in der Pflege arbeiten.
Raus aus dem Haus – rein ins Leben!
MobilitätshilfedienstBis ins hohe Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben - das wünschen sich die meisten älteren Menschen. Die Berliner Mobilitätshilfe im Stadtteil Tempelhof-Schöneberg unterstützt sie dabei durch Begleitung im Alltag und gemeinsame Aktivitäten.
Ralf Luczak hat kaum den Klingelknopf gedrückt, da summt auch schon der Türöffner. „Guten Morgen Ralf!“, hallt es fröhlich durch das Treppenhaus. Der Mobilitätshelfer der Johanniter wird bereits sehnsüchtig erwartet. Heute geht es zum Spaziergang.
Eine Viertelstunde später bugsiert der schlanke, hochgewachsene Helfer seine Klientin routiniert mit dem Rollstuhl durch die Haustür. Brigitte Zimmer, eine zierliche Frau in fliederfarbener Steppjacke, hilft nach Kräften. Kaum ist die Tür hinter den beiden ins Schloss gefallen, drückt sie ihrem Begleiter zwei Schachteln in die Hand. „Für meine Freundin“, sagt sie und lächelt verschmitzt. Ihre wachen, wasserblauen Augen blitzen: „Puzzeln ist meine Leidenschaft!“ 300 Teile sind für sie ein Klacks. „Wenn ich fertig bin, tausche ich mit Anita, einer Seniorin, die ich bei den Spaziergängen der Johanniter kennengelernt habe“, erzählt sie.
Auf dem Weg zur S-Bahn grüßt ein Nachbar freundlich, eine junge Frau winkt von der anderen Straßenseite herüber. Brigitte Zimmer wohnt seit 1967 in der gepflegten, dreistöckigen Wohnanlage in Lichtenrade. Verkehrsberuhigt, viel Grün zwischen den Wohnblöcken und die Vögel zwitschern. Dass sie hier auch nach dem Tod ihres Mannes noch alleine leben kann, macht sie glücklich.
Warum Mobilität so wichtig ist
Einen großen Anteil daran haben die Berliner Mobilitätshilfedienste. Das Angebot eröffnet Menschen, die eingeschränkt beweglich sind, Mobilität und eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ‒ wichtige Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Dasein. Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg erfüllen die Johanniter diese Aufgabe. Ein Team aus derzeit 16 fachlich geschulten Teilzeitkräften und 8 Ehrenamtlichen begleitet über 450 Klientinnen und Klienten im Alltag ‒ ob bei Einkäufen, ins Theater, zu Arzt- und Friseurterminen oder bei Fahrten zu Verwandten.
Brigitte Zimmer nimmt diese Hilfe schon seit mehr als zehn Jahren in Anspruch. Am meisten fiebert sie den sogenannten Teilhabeangeboten entgegen. Da treffen sich Interessierte mit ihren Hilfepersonen zu gemeinsamen Spaziergängen im Park oder Ausflügen in die Umgebung, etwa nach Potsdam oder an den Schlachtensee. „Ich nehme so oft teil, wie ich darf, egal ob es regnet oder schneit“, sagt sie, „das sind meine Highlights!“ Für diese Gruppenangebote ist eine Anmeldung erforderlich, nicht immer reichen die Kapazitäten aus. Wohin die Reise geht, ist der lebenslustigen Frau beinahe egal: „Das Beste ist das Zusammensein! Da entstehen über die Jahre auch Freundschaften.“
„Das Beste ist das Zusammensein“
Heute steht der Körnerpark in Berlin-Neukölln auf dem Programm. Während Ralf Luczak seine Klientin die Rampe zur Liegewiese hinunterschiebt, erspäht Brigitte Zimmer schon die kleine Gruppe, die sich am Wasserspiel versammelt hat. Doch ihre Freundin ist noch nicht dabei. Nervös nestelt sie an ihrem Mobiltelefon. Ein paar Minuten später trifft endlich auch die Nachzüglerin ein, das Hallo ist groß und herzlich. Die beiden Puzzles wechseln die Besitzerin.
Nach ein, zwei Runden durch die neobarocke Grünanlage macht die muntere Gesellschaft aus sechs Frauen und zwei Männern, die meisten im Rollstuhl oder mit Rollator, an einer Parkbank Pause. Die Stimmung ist ausgelassen. Fast alle kennen sich schon lange, der einzige Neuzugang wird ganz selbstverständlich in die Plaudereien eingebunden. Brigitte Zimmer lehnt sich in ihrem Rollstuhl zurück und reckt das Gesicht in die Frühlingssonne. „Ich bin schon 90“, sagt sie, „ist das nicht toll?“ Vor dem Abschied wartet noch ein Höhepunkt: ein Tässchen Kaffee auf der Schlossterrasse. Von den vielen Fragen hat Brigitte Zimmer jetzt erst einmal genug.
Die Berliner Mobilitätshilfedienste werden gefördert durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung. Für Nutzende des Mobilitätshilfedienstes wird eine Eigenbeteiligung in Form einer geringen Verwaltungspauschale erhoben. Weitere Informationen unter Seniorenbegleitung Berlin Tempelhof-Schöneberg.
Seniorenbegleitung in Tempelhof-Schöneberg
Johanniter-Mobilitätshilfedienst40 Jahre Engagement für den Notfall-Knopf
Johanniter-HausnotrufGerd Rauhut hat die Entwicklung des Hausnotrufs (HNR) seit dessen Entstehung 1985 über Jahrzehnte mitgestaltet. Sogar als Rentner hat er den Service tatkräftig unterstützt: Noch mit 76 Jahren wartete und reparierte er 60 Stunden im Monat Basisstationen und Handsender im Landkreis Hameln-Pyrmont. Ende 2025 zog er sich aus dem Dienst zurück – hilft aber weiter im Hintergrund.
Was Gerd Rauhut an seinem Beruf am meisten schätzt, ist der Austausch mit Menschen: „Man erlebt viel Dankbarkeit! Es geht nicht nur um eine technische Dienstleistung, man erfährt auch viele Lebensgeschichten und versteht, was die Menschen im Alltag brauchen“, sagt er. „Eine meiner ersten Kundinnen stürzte nach einem Schlaganfall mehrfach am Tag. Mit der Installation ihres Hausnotruf-Geräts gingen die Stürze auf wenige Male in der Woche zurück, weil sie sich im Alltag besser geschützt fühlte.“
Die Anfänge als One-Man-Show
Als junger Rettungsassistent der Johanniter-Unfall-Hilfe in Hannover lernte der heute dreifache Vater und Großvater den Hausnotruf vor vierzig Jahren bei den Kollegen in Braunschweig kennen. „Mein Chef kam auf mich zu und fragte, ob ich Interesse hätte, diesen Service mit aufzubauen und zu betreuen.“ Damals standen gerade drei Kunden auf der Liste, die einen Anschluss und damit eine klobige, graue Apparatur in ihrem Zuhause hatten.
Der erfindungsreiche und ambitionierte Johanniter eignete sich nicht nur die technischen Kenntnisse an, sondern übernahm auch die Hausbesuche, wenn der Alarm ausgelöst wurde. „Damals erschien in meinem Melder die Nummer des HNR-Geräts, dann musste ich mir auf einer ausgedruckten Liste den Kunden und die Adresse suchen“, erinnert sich Rauhut an die Zeit vor der Digitalisierung. War ein Notfall zu versorgen, meldete er sich von seiner Schicht als Rettungssanitäter ab. Eine Vertretung für ihn gab es nur in der Urlaubszeit.
So verließ der passionierte Tänzer eines Abends sogar eine offizielle Vorführung – nur um von der Kundin zu erfahren, dass ihre Wäsche zum Aufhängen fertig sei. Eine andere Kundin meldete einen Einbrecher in ihrer Wohnung, der sich als Schatten ihres Bademantels entpuppte. Trotzdem ermutigte Gerd Rauhut seine Kundschaft immer: „Mir war ein Alarm zu viel immer lieber als einer zu wenig. Die Kunden sollten wissen, dass ihr Problem schnell geklärt wird und sie den Sender auch im Brand- oder Einbruchsfall betätigen können. Die Zentrale kann Hilfe unter Umständen viel schneller organisieren.“
Wechsel vom Rettungsdienst zum Hausnotruf
Der Kundenstamm wuchs, und nach wenigen Monaten wechselte Gerd Rauhut mit einem eigenen kleinen Team aus dem Rettungsdienst zum Hausnotruf. Auch die technische Entwicklung nahm Fahrt auf. Die Handsender zum Beispiel, meist an einer Kette um den Hals getragen, schrumpften von Zigarettenpackungsgröße auf eine wesentlich schmalere und komfortablere Variante.
Gleichzeitig baute Gerd Rauhut ein Netzwerk auf und informierte über den Service. Er druckte Flyer und schrieb Presseinformationen, organisierte Informationsveranstaltungen in Apotheken, Pflegeheimen und Diakoniestationen. Kooperationspartner fand er auch bei Pflegediensten oder Wohnungsbauunternehmen. Im Namen der Telekom durfte er offiziell die erforderlichen TAE-Dosen der damaligen Telefonanschlüsse installieren, wenn es für den Anschluss des HNR-Gerätes erforderlich war.
Für Menschen, die sich in Zeiten ohne Pflegeversicherung die monatlichen Kosten des Hausnotrufs nicht leisten konnten, kämpfte er um die Finanzierung des Dienstes über Sozialhilfeträger: „Meine Vision war immer die Kombination von Services, die Senioren an der richtigen Stelle abholen, ihnen ein selbstständiges Leben sichern und sie dabei unterstützen - bis sie vielleicht einen Platz in einem Johanniter-Heim beziehen können“, beschreibt er seine Motivation.
Den Johannitern weiter eng verbunden
Auch seine 101-jährige Mutter hat er mit einem Notruf-Armband ausgestattet. Außerdem ist seine Ehefrau seit zwanzig Jahren in der Kundenberatung des Hausnotrufs in Holzminden tätig. Im Dezember 2025 gab der 76-Jährige die Betreuung der HNR-Geräte im Einsatzgebiet Hameln-Pyrmont auf. „Doch wenn man mich fragt, helfe ich natürlich gern aus dem Hintergrund“, schmunzelt er.
Niedersachsenweit ist die Zahl der HNR-Kunden mittlerweile auf mehr als 50.000 gewachsen, die große Zentrale für Notrufe und Einsatzsteuerung befindet sich in Berne (Johanniter-Ortsverband Stedingen). Zahlreiche Einsatz- und Pflegedienste der Johanniter sind mit einem funktionierenden Netz aus internen und externen Fachkräften für die Betreuung der Kundinnen und Kunden zuständig.
Häufig gestellte Fragen
Menschen stärken. Ein Leben lang.
Weitere Themen entdecken2025 hat gezeigt, wie wichtig verlässliche Hilfe und Zusammenhalt sind. Blicken Sie mit uns auf ein Jahr zurück, in dem wir Johanniter unsere Arbeit fortgeführt und neue Impulse geschaffen haben.
Sicherheit beginnt mit Vorbereitung
Fokusthema Resilienz
Mit neuen Konzepten für den Bevölkerungsschutz stärken wir Johanniter die Resilienz unserer Gesellschaft und bereiten Menschen darauf vor, in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben.