Kenia: Schwere Fluten nach langer Dürre fordern bisher 48 Tote

Berlin, 10. November 2019

Nach einer monatelangen Dürreperiode setzte Starkregen Anfang Oktober in weiten Teilen Kenias aufgrund des Klimaphänomens El Niño ein. Die Folge waren schwere Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen. 100.000 Menschen sind derzeit davon betroffen, mindestens 48 Menschen starben. Deutsche Hilfsorganisation koordinieren Hilfsmaßnahmen für Betroffene.

„Der ausgetrocknete Boden kann die Wassermassen nicht aufnehmen, weshalb sich Fluten bilden, die Behausungen, Vieh und die wenigen Erträge auf den Feldern wegreißen“, so Philippe Carette, Länderbüroleiter der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in Kenia. Weitere schwere Regenfälle werden befürchtet. 3,1 Millionen Menschen in Kenia leiden bereits jetzt unter einer schweren Lebensmittelknappheit. Carette warnt: „Der November könnte laut kenianischen und internationalen Experten der schlimmste Monat seit Jahren für Ostafrika werden.“ Grund sind die derzeitigen enormen Unterscheide bei der Wassertemperatur im westlichen und östlichen Indischen Ozean von bis zu 2 Grad. Mehr Wasser verdunstet und Starkregenfronten können sich bilden.

Hunderttausende Menschen im Norden Kenias waren bereits durch eine lange Dürreperiode geschwächt und auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Um den konkreten Bedarf zu erkunden, hatten die Johanniter gemeinsam mit Malteser International und weiteren deutschen Hilfsorganisationen bereits im Sommer eine Untersuchung der Situation im Norden Kenias durchgeführt. Das Ergebnis: Der Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln hatte sich für die Menschen durch die ausgefallenen Regenperioden in diesem und vorherigem Jahr deutlich verschlechtert. Viele konnten sich in den letzten Monaten kaum mehr als eine Mahlzeit pro Tag leisten. Der derzeitige Regen verschlimmert die Situation deutlich, durch das stehende Wasser besteht zusätzlich die Gefahr von Durchfallerkrankungen wie Cholera oder Hepatitis.

Um vor allem die Ernährungssituation für die Menschen vor Ort zu verbessern, verteilen die Johanniter in der Turkana-Provinz Nahrungsmittel wie Mais, Bohnen, Öl und Salz an die Bevölkerung. In der nordöstlichen Region Mandera bereiten die Johanniter zusammen mit der Organisation RACIDA weitere Hilfsmaßnahmen vor. Durch die Fluten haben dort u.a. Hirten ihr Vieh verloren, welches die Einkommensgrundlage vieler Familien ist. Die betroffenen Bewohner erhalten zwei Gutscheine im Wert von je 4000 KES (rund 35 Euro), um Lebensmittel wie Mais, Reis, Bohnen und Speiseöl in zuvor ausgewählten lokalen Geschäften zu kaufen. 550 Haushalte werden damit erreicht, um die negativen Folgen des Anstiegs bei den Lebensmittelpreisen abzumildern und um ihre Versorgungslage für die kommenden zwei Monate zu stabilisieren.

Unter- und Mangelernährung sind im Nordwesten Kenias verbreitet. Die jüngste Dürre und Regenfälle haben die Situation verschlechtert. Wie die Johanniter seit vielen Jahren dagegen helfen, erfahren Sie durch Klicken auf das Bild. ©Thomas Rommel

Pressehinweis:
Vor Ort stehen Ihnen deutschsprachige Interviewpartner der Johanniter-Auslandshilfe zur Verfügung. Der erwähnte gemeinsame Assessment-Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Für Interviewwünsche und Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.:
Sandra Lorenz, Fachbereichsleiterin Kommunikation Ausland,
Tel.: 030 / 26997 356, Mobil:  0172 / 563 87 40, sandra.lorenz@johanniter.de
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Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz - Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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