Kenia: Schwere Fluten nach langer Dürre fordern bisher 48 Tote

Berlin / Köln, 31. Oktober 2019

Nach einer monatelangen Dürreperiode setzte Starkregen Anfang Oktober in weiten Teilen Kenias aufgrund des Klimaphänomens El Niño ein. Die Folge waren schwere Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen. 100.000 Menschen sind derzeit davon betroffen, mindestens 48 Menschen starben. Deutsche Hilfsorganisation koordinieren Hilfsmaßnahmen für Betroffene.

„Der ausgetrocknete Boden kann die Wassermassen nicht aufnehmen, weshalb sich Fluten bilden, die Behausungen, Vieh und die wenigen Erträge auf den Feldern wegreißen“, so Philippe Carette, Länderbüroleiter der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in Kenia. Weitere schwere Regenfälle werden befürchtet. 3,1 Millionen Menschen in Kenia leiden bereits jetzt unter einer schweren Lebensmittelknappheit. Carette warnt: „Der November könnte laut kenianischen und internationalen Experten der schlimmste Monat seit Jahren für Ostafrika werden.“ Grund sind die derzeitigen enormen Unterscheide bei der Wassertemperatur im westlichen und östlichen Indischen Ozean von bis zu 2 Grad. Mehr Wasser verdunstet und Starkregenfronten können sich bilden.

Das Klimaphänomen El Niño kann weltweite Auswirkungen haben und kommt rund alle sieben Jahre vor.

Hunderttausende Menschen im Norden Kenias waren bereits durch eine lange Dürreperiode geschwächt und auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Um den konkreten Bedarf zu erkunden, hatten die Johanniter gemeinsam mit Malteser International und weiteren deutschen Hilfsorganisationen bereits im Sommer eine Untersuchung der Situation im Norden Kenias durchgeführt.
„Unsere Befragungen ergaben, dass sich der Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln für die Menschen durch die ausgefallenen Regenperioden in diesem und vorherigem Jahr deutlich verschlechtert hat. Viele konnten sich in den letzten Monaten kaum mehr als eine Mahlzeit pro Tag leisten. Der derzeitige Regen verschlimmert die Situation deutlich. Die Folge sind eine nochmals erhöhte Mangel- und Unterernährung vor allem bei Kindern unter fünf Jahren. Desweitern besteht durch das stehende Wasser nun die Gefahr von Durchfallerkrankungen wie Cholera oder Hepatitis“, erklärt Martin Schömburg, Länderbüroleiter für Malteser International in Kenia.

Um die Situation für die Menschen vor Ort zu verbessern, unterstützen die Johanniter und Malteser International die Betroffenen. So verteilen die Johanniter in Turkana Nahrungsmittel wie Mais, Bohnen, Öl und Salz an die Bevölkerung. An zwei Schulen im Flüchtlingscamp in Kakuma erhalten Schüler Mahlzeiten. Zusätzlich versorgen Wassertanks die Bewohner in der Region mit sauberem Wasser. In der nordöstlichen Region Mandera bereiten die Johanniter zusammen mit der Organisation RACIDA weitere Hilfsmaßnahmen vor. Dort sollen Gemeinden u.a. schnellstmöglich eine Verbesserung ihrer Hygienesituation erreichen. Durch lokale Partner sichern die Malteser den Betrieb von strategischen Bohrlöchern für die saubere Trinkwasserversorgung, verteilen angereicherte Zusatznahrung an Kinder und schwangere Frauen. 500 besonders bedürftige Familien erhalten zudem Bargeldhilfen, um sich Nahrungsmittel und andere lebensnotwendige Güter kaufen zu können. Gemeinsam sondieren und koordinieren die Organisationen weitere Hilfsmaßnahmen für die von den Fluten betroffenen Menschen.

Unter- und Mangelernährung sind im Nordwesten Kenias verbreitet. Die jüngste Dürre und Regenfälle haben die Situation verschlechtert. Wie die Johanniter seit vielen Jahren dagegen helfen, erfahren Sie durch Klicken auf das Bild. ©Thomas Rommel

Pressehinweis:
Vor Ort stehen Ihnen deutschsprachige Interviewpartner der Johanniter-Auslandshilfe zur Verfügung. Der erwähnte gemeinsame Assessment-Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Für Interviewwünsche und Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.:
Sandra Lorenz, Fachbereichsleiterin Kommunikation Ausland,
Tel.: 030 / 26997 356, Mobil:  0172 / 563 87 40, sandra.lorenz@johanniter.de
Weitere Informationen: www.johanniter-auslandshilfe.de / Facebook + Twitter: @JohanniterInt

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Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz - Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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