Für eine tragfähige Gesundheitsversorgung in Nord-Kivu

Rund zwei Dutzend bewaffnete Gruppen, gewaltsame Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, ethnisch bedingte Auseinandersetzungen und Ebola: Die Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist ein komplexer Krisenherd. Dort begann die Johanniter-Auslandshilfe im Mai 2016 ein umfangreiches Projekt. Neun ländliche Gesundheitszentren, die eine medizinische Versorgung für rund 120.000 Einwohner bereitstellen, wurden seitdem unterstützt und verbessert.

Jedes Gesundheitszentrum bietet Impfungen, Notfallversorgung, therapeutische Behandlung von Unter- und Mangelernährung sowie grundlegende Medikamente an. Mitarbeiter der Johanniter haben in den vergangenen Jahren die Qualität dieser Dienstleistungen verbessert und das Gesundheitspersonal geschult. Finanzielle Unerstützung kam vom Auswärtigen Amt. Bis Juli 2018 fanden insgesamt 144.638 Konsultationen statt, 6.043 schwangere Frauen wurden betreut und untersucht sowie 13.253 Kinder unter einem Jahr gegen Krankheiten wie Masern geimpft. Für sauberes Wasser in den Zentren wurden 24 Wasserstationen repariert und erweitert.

Das Recht auf Gesundheit umsetzen: In Nord-Kivu unterstützen und bauen wir Gesundheitsstationen für eine bessere medizinische Versorgung der Bevölkerung. ©Paul Hahn

Lokale Kapazitäten gefestigt

Das Recht auf Gesundheit ist universell und gilt auch in Krisengebieten. Egal, wie schwierig die Umsetzung ist“, sagt Arne Schaudinn, der seit mehr als sieben Jahren im Kongo die Projekte der Johanniter leitet.

„Hunderte Kilo an Versorgungsgütern werden oft von Hand über lange Strecken und durch unsicheres Gelände transportiert, weil befahrbare Wege und Straßen nicht existieren oder nach Regenfällen nicht nutzbar sind. Die lokale Bevölkerung zeigt aber großes Engagement, um uns und ihre Zentren zu unterstützen.“

Das Projekt wurde im Oktober 2018 beendet, ein Anschlussprojekt folgte mit finanzieller Hilfe durch Aktion Deutschland Hilft. Denn einige der Zentren benötigen aufgrund der anhaltenden Krise weitere Unterstützung, und neue Gesundheitszentren in der Region wurden identifiziert, in denen die medizinische Versorgungssituation katastrophal ist. Fünf Gesundheitszentren haben dagegen das Ziel erreicht. „Dort haben wir die lokalen Kapazitäten soweit aufgebaut, dass sie in Zukunft ohne größere Engpässe arbeiten können“, so Schaudinn. Ob dies Bestand hat, hängt jedoch davon ab, ob die Gewalt langfristig endet. „Die Menschen vor Ort wollen nichts sehnlicher, als in ihren Häusern sicher schlafen zu können, ihre Ernte einzufahren, ihre Kinder zur Schule zu schicken und Zugang zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung zu haben“, so Schaudinn.

Gesundheit ist ein Schwerpunkt bei vielen Aktivitäten der Johanniter-Auslandshilfe weltweit. Hier erfahren Sie mehr über unseren Ansatz.

Spenden Sie jetzt
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Katja Gürten

Lützowstr. 94
10785 Berlin